[220] Leider ist man hier, wie überhaupt bei allen Klassenstreiks, von der Tagespresse abgesehen, hauptsächlich auf sozialistische Darstellungen angewiesen, bei denen eine gewisse Gefahr einseitiger Beurteilung nahe liegt.

[221] Der Ausstand begann daselbst am 12. mit dem Streik der Metallarbeiter, Holzarbeiter, Drucker und Lithographen, wurde aber nicht vollständig (vgl. Bernstein, "Pol. M-str. u. pol. Lage", p. 21).

[222] Lacroyere, Haine, Verviers (65 Etablissements), Löwen, Antwerpen, Gent (am 16./4. 25 000 Ausständige), Mons.

[223] Aus wirtschaftlichen Gründen hatte eine von 4-5 000 Mann besuchte Bergarbeiterversammlung in Quaregnon schon am 10./4. den allg. Ausstand im Borinage beschlossen, und 2 000 Bergleute legten in Flenu (bei Mons), obgleich die Führer rieten, erst die Stellungnahme des Verfassungsrates abzuwarten, schon am 11./4. die Arbeit nieder. Am 14. streikten im Borinage und in La Louvière je 16 000 Bergleute; zugleich begann der Ausstand in Lüttich und Charleroi; die Bergarbeiter traten (am 15.) dem Beschluß des Genter Sozialistenklubs (vom 12./4.) bei, am 17. den allg. Streik zu beginnen; 20 000 von den 30 000 Bergleuten dieses Kohlenbeckens führten diesen Beschluß aus.

[224] de Brouckère, (Enquête, p. 163); im ganzen Lande soll die Streikbeteiligung am 13./4. ca. 30 000, am 15. schon gegen 100 000 betragen haben.

[225] So z. B. die Attentate gegen den Bürgermeister von Brüssel, Buls, am 14./4.; gegen Woeste, den Führer der Klerikalen; bes. zahlreich sind die Ausschreitungen im Hennegau (Angriffe auf ein kathol. Kasino, auf eine Kirche; am 12. in Quaregnon auf Bergwerksgebäude; am 13. in Cuesmes usw.) und in Ostflandern (noch am 19./4. Angriffe auf die Schiffe im Antwerpener Hafen [N. Z. Z., 19./4.]); in Brüssel fanden, trotz einer Verfügung des Bürgermeisters vom 14./4., die Ansammlungen und Umzüge verbot, Demonstrationen vor dem Parlamentsgebäude statt; der kgl. Palast in Brüssel wurde militärisch bewacht, überallhin wurde Militär verlangt (in Mons wird am 13. die Garnison konsigniert; am 14. gehen Truppen nach Charleroi und La Louvière).

[226] So bei den Manifestationen in Brüssel am 12. u. 13. vor der Kammer; so bei den nächtlichen Massenumzügen, an denen sich Tausende beteiligten, revolutionäre Lieder singend, am 11. und 12., bes. aber am 13., 14., 16., wo es zu wüsten Straßenszenen kam; ähnlich geht es am 13. in Lüttich, Gent, Cuesmes, Quaregnon, Frameries zu, in Paturages und Quaregnon, am 14. in Vasmes, Wasmuel, Paturages (50 Verhaftete, 60 Verwundete), Jolimont; am 16. in Grammon, Mons, Antwerpen, Petit Wasmes; am 17. in Antwerpen, Renaix, Courtrai, Mons (7 Tote, 47 Verwundete [N. Z. Z., 18./4. 93]).

[227] Inzwischen hatte die Kammer am 12./4. die sämtlichen 16 Wahlreformvorschläge abgelehnt und sich vertagt, während der 21er-Ausschuß die neu eingegangenen Vorschläge prüfte.

[228] Allg. Ztg. 18./4. 93.

[229] Nur im Borinage wurde wegen Lohndifferenzen noch weiter gestreikt, und in Bernissart, Hennegau, kam es noch am 22./4. zu Ruhestörungen durch Ausständige.