[273] Nur ausnahmsweise, z. B. in Charleroi am 13./4., demonstrierten Sozialisten und Liberale gemeinsam (vgl. N. Z. Z. 14./4).

[274] Bernstein, "Pol. M.-str. und pol. Lage", p. 21, und "Ist der politische Massenstreik in Deutschland möglich?" p. 33.

[275] Es kamen nur wenige militärische Unzuverlässigkeiten vor.

Mußte ein Erfolg aber auch ausbleiben, so darf man deswegen doch noch nicht von einem "schmählichen" Scheitern[276] reden; denn der Streik verlief ruhig, planmäßig. Die Arbeiter hatten sich "wie ein Mann" erhoben, und so zogen sie sich auch wieder zurück.[277] Maßgebende auswärtige Sozialisten schätzen sogar den korrekten Rückzug aus dem Kampf, die "Geschlossenheit und Einheitlichkeit" der belgischen Wahlrechtsstreiter[278] nicht nur als eine ihnen außerordentlich wertvolle Erfahrung, die weite Perspektiven auf neue Anwendungsmöglichkeiten des Klassenstreiks gestatte, sondern, ähnlich wie die Schweiz ihre nationale Waffen- und Trophäenhalle mit dem Bilde des Rückzugs von Marignano schmückt, so schreiben sie den Rückzug der belgischen Arbeiter aus dem Wahlrechtsstreik von 1902 geradezu auf die Ruhmestafel des kämpfenden Proletariats.

[276] Vliegen, "Der Generalstreik als politisches Kampfmittel", p. 193.

[277] Vgl. Anseele, "Der Kampf um das allgemeine Stimmrecht in Belgien".

[278] Vgl. Bernstein, "Der Kampf in Belgien und der politische Massenstreik", p. 415; Vandervelde, cit. in der N. Z. Z. a. a. O.

Auch jetzt noch erachtet die belgische Sozialdemokratie die "grève générale" als "das vornehmste Mittel zur Erreichung des allgemeinen Wahlrechts", wendet aber ihr Hauptaugenmerk vorläufig doch lieber dem Ausbau des Gewerkschaftswesens zu.[279]

[279] Parteitg. 1903, vgl. Rdsch. Soz. Mh., Mai. 03, p. 379.

§ 11. Schweden.