[289] Am 20./4. fanden in ganz Schweden Kundgebungen zugunsten des allgem. Stimmrechts statt; in Malmö allein demonstrierten 15 000 Personen (vgl. Allg. Ztg. 21./4.); ebenso am 27./4. in den meisten schwedischen Städten; in Stockholm zählte man 30-40 000 Teilnehmer. Am 12./5. erschien der Bericht der Reichstagskommission, wonach das Stimmrecht erst von 25 Jahren an ausgeübt werden, ferner an Besitz usw. gebunden sein sollte (vgl. Allg. Ztg. 13./5.).
[290] Vgl. N. Z. Z., 15. und 24. Mai; Allg. Ztg. 15./5.
[291] Vgl. Branting, "Die schwedischen Reichstagswahlen", p. 54; man habe erkannt, "daß die Zeit für einen wirklichen, durch einen ökonomischen Druck auch politisch wirkenden Massenstreik noch nicht gekommen" sei.
[292] Allg. Ztg. 15./5. 02.
[293] Branting, "Die Generalstreikprobe in Schweden", p. 421 ff.).
Die Massen, gut diszipliniert und vorbereitet, folgten in fast allen bedeutenderen Städten,[294] "in fast allen Teilen des Landes"[295] dem Streikgebot,[296] sodaß der Ausstand am 17. Mai mit 116 bis 120 000 Teilnehmern,[297] einen Umfang erreichte, "der die kühnsten Erwartungen weit übertraf".
[294] Leimpeters, "Zum Generalstreik", p. 431.
[295] Branting, a. a. O. p. 420.
[296] Am 15. streikten bereits in Stockholm 15 000 Fabrik-, Werkstätten-, Verkehrsarbeiter und Setzer (vgl. N. Z. Z. und Allg. Ztg. 16./5.), am 16. über 30 000 (vgl. N. Z. Z. 17./5.), am 17. war die Arbeitsruhe in Stockholm mit über 42 000 Ausständigen fast vollständig (vgl. Branting, a. a. O. und "Die schwedischen Reichstagswahlen", p. 54); in Malmö war der Streik mit 13 000 Teilnehmern "fast vollständig" (Branting, a. a. O.); dort standen schon am 15./5. die Fabriken und Druckereien still (Allg. Ztg. 16./5.); 12 000 streikten in Gotenburg (Branting, "Die Generalstreikprobe in Schweden", p. 422); schon am 15./5. herrschte allg. Streik in Helsingborg (Allg. Ztg. 16. Mai). Es wird als auffallend gemeldet, daß das "schwedische Manchester", Norrköping, sich nicht dem Streik anschloß (N. Z. Z.), daß am 15. der Streik in mehreren Städten "noch nicht allgemein" war, daß in Gotenburg z. B. am 15. noch die Drucker, Straßenbahner, Gasarbeiter, Droschkenkutscher arbeiteten (vgl. N. Z. Z. und Allg. Ztg. 16./5.); diese negative Umschreibung des Streikumfangs gibt einen Fingerzeig für die Größe der Bewegung; die Gesamtzahl der Streikenden im ganzen Land betrug am 16. Mai schon 75-100 000 (N. N. Z. 17./5.).
[297] Branting, "Die schwedischen Reichstagswahlen"; Bourdeau, p. 431.