[333] Vgl. Arbeiter-Ztg. 24. Juni 06.

[334] Arbeitgeber-Versammlung in Wien am 26. Juni 06 (vgl. Arbeiter-Ztg. 27. Juni und Frankfurter Ztg. 27. Juni 06).

[335] Arbeiter-Ztg. 24. Juni 06.

[336] Selbst der Vorwärts, 12. Juli 06, erklärt, die österr. Wahlreform sei "weniger die Frucht des proletarischen Kampfes, als der nationalistischen Verlegenheiten der Krone" gewesen.

Gegenüber dem Umfang dieser Wahlrechtsstreik-Propaganda treten die übrigen klassenstreikartigen Erlebnisse Österreichs beträchtlich zurück. Immerhin muß an den Generalstreik in Triest vom Jahre 1902 erinnert werden, der übrigens seinem ganzen Charakter nach den romanischen Klassenstreiks zuzuzählen wäre. Er soll wegen "der rücksichtslosen Habgier der Lloydinteressenten"[337] ausgebrochen sein und sich "gegen ein 150 Jahre altes Gesetz über den Seedienst und gegen den Mißbrauch der Marinesoldaten zu Streikbrecherdiensten"[338] gerichtet haben. Das ganze Triester Proletariat habe sich aus Solidarität am Ausstand der Seeleute beteiligt.[339] Es kam zu blutigen Zusammenstößen;[340] doch die Arbeiter sollen die Sympathien der Gesamtbevölkerung auf ihrer Seite gehabt haben,[341] und diesem Umstand, nicht aber dem "ökonomischen Furor",[342] dürften sie den freilich teuer erkauften Sieg[343] verdanken.

[337] Rdsch. Soz. Mh., April 02, p. 318.

[338] Bericht der italienischen Parteiexekutive in Triest an den Parteitag (vgl. Prot. Parteitg. Wien 1903, p. 32, 33).

[339] Mit diesem Ausstand dürfte wohl der G-str. in Fiume in Verbindung stehen, der am 1. April unter den Hafenarbeitern und Heizern der ungarischen Schiffahrtsgesellschaft "Adria" ausbrach, dem sich am 3. April zahlreiche Fabrikarbeiter anschlossen, der aber schon am folgenden Tage als beendigt angesehen wurde (vgl. N. Z. Z. 2.-4. April 02).

[340] Da Ruhestörungen vorfielen, wurde der Ausnahmezustand verhängt (vgl. Prot. Parteitg. Wien 03, p. 54) und Militär gegen die Streikenden aufgeboten (vgl. Rdsch. Soz. Mh., April 02, p. 318).

[341] Soz. Mh., April 02.