[408] Bebel (Prot. Parteitg. Mannheim 06, p. 228 ff.), Silberschmidt (ebenda, p. 301 ff.).
[409] Vgl. Vorwärts, insbes. 27. Juni, 4. bis 12. Juli 06; die Angelegenheit zog übrigens auch noch die Veröffentlichung eines Teils des bis zur "Einigkeits"-Enthüllung geheimen Protokolls der Gewerkschaftsvorstände gegen deren Willen nach sich ("Partei und Gewerkschaft", wörtlicher Abdruck des Punktes Partei und Gewerkschaft aus dem Protokoll der Gewerkschaftsvorstände vom 19. bis 23. Februar 06 [Beilage zum Vorwärts, Nr. 185, 11. August 06]).
[410] Man stritt, ob die von Bebel verteidigte Fassung der Thesen die ursprüngliche sei (dies nimmt z. B. die "Leipziger Volkszeitung" an [vgl. Vorwärts, 4. Juli]), oder die Silberschmidt'sche (dies behauptet z. B. die Karlsruher Volksstimme [vgl. Vorwärts, 6. Juli 06], übrigens auch die Frankf. Ztg. vom 27. Juni 06, Nr. 175); ob Silberschmidt die Bebel'schen Thesen "sinngemäß" niedergeschrieben habe, ob er sich eine Abschrift hätte nehmen sollen oder können; ob Molkenbuhr den Parteivorstand rechtzeitig vom Eingang der Konferenzprotokolle unterrichtete; ob der Parteivorstand korrekt gehandelt habe; ob er den an ihn zu stellenden Anforderungen überhaupt genüge; ob die Spannung zwischen Partei und Gewerkschaften, die an allen "Mißverständnissen" schuld sei, sich nicht beseitigen lasse.
[411] In Mannheim referierte wiederum Bebel über den pol. M.-str.; auf vielseitigen Wunsch übernahm Legien das Korreferat (Prot. Parteitg. Mannheim 06, p. 155, 241-254).
[412] Prot. p. 138; 276 ff.: die Kölner Resolution verbiete den M-str. ja nicht, die Jenaer fordere ihn aber nur "gegebenenfalls".
[413] So die Rdsch. Soz. Mh. Okt. 06 p. 895, 896.
[414] Vgl. Prot p. 227-306; Annahme der Resolution Bebel mit Amendement Bebel und Legien und einem Teil des Amendements Kautsky durch 386 gegen 5 Stimmen.
Da der Mannheimer Parteitag sozusagen in einem Atem die Jenaer Resolution und die sechs Bebelschen Thesen billigte, so kann von einem Widerspruch zwischen beiden, wenigstens in formellem Sinn, nicht wohl die Rede sein. Trotzdem war eine Wandlung vor sich gegangen.[415] Es wurde zwar versucht, alle Zwistigkeiten aus der verschiedenartigen Betrachtungsweise des Klassenstreiks in der bisherigen Diskussion herzuleiten.[416] Aber diese Bemäntelungen verdecken nur unvollkommen den tatsächlichen Gesinnungswechsel, den materiellen Rückzug, der sich in der veränderten Auslegung der Jenaer Resolution kund gab.
[415] Das geht schon daraus hervor, daß die zielbewußten Gewerkschaftsführer die Jenaer Resolution in Jena ablehnten (Hoffmann, Prot. Parteitg. Mannheim 06, p. 271), sie aber in Mannheim billigten.
[416] In Jena sei der Massenstreik an sich, in Köln seine praktische Durchführbarkeit erörtert worden (so Rob. Schmidt, Prot. Mannheim, p. 262, 263), was übrigens nicht zutrifft.