[616] In Odessa soll die Agitation der Subatow'schen Arbeiterorganisationen den von ihren Lenkern durchaus nicht beabsichtigten Anstoß zum Streik gegeben haben (Ber. der Delegation).

[617] Vgl. Bericht der Delegation p. 24 ff.; Bourdeau; Roland-Holst, "Gstr. u. Sozd."

[618] Vgl. Bericht der Delegation, p. 3, 24, 25. Am 1. Juli begann der Streik in Baku (Petrolarbeiter), Odessa (Hafenarbeiter); er war in diesen Städten und in Tiflis am 4. schon vollständig; es folgten Batum, Nikolajew, Kiew (21. Juli), Jelisawetgrad (28. Juli) und, nach Beendigung des Streiks in diesen Städten, Jekaterinoslaw (7. August) und Kertsch. In den drei kaukasischen Städten sollen 10 000 (?) in Odessa 50 000, in Kiew 30 000, in Nikolajew 10 000, in Jekaterinoslaw 20-30 000, in Jelisawetgrad 2 000, in Feodosien, Kertsch, Konotop je mehrere Tausend Personen gestreikt haben.

[619] Es streikten Fabrik- und Werkstättenarbeiter, Verkehrsarbeiter (Tram-, Eisenbahn-, Hafenarbeiter), Lebensmittelarbeiter (Metzger, Bäcker, Müller; Hôtelpersonal), Schriftsetzer, Telegraphisten, Handelsgehilfen, Handwerker, selbst Stiefelputzer.

[620] Bericht der Delegation, p. 25 ff.

[621] Sie demonstrierten mit revolutionären Liedern und roten Fahnen, wobei sich die sozd. Arbeiterpartei Rußlands lebhaft beteiligt zu haben scheint.

[622] Bericht der Delegation, p. 25 ff.

[623] Ursprünglich handelte es sich um überall ziemlich gleichlautende, fest formulierte wirtschaftliche Forderungen (betr. Arbeitszeit und -lohn, Fabrikdisziplin, usw.) und polit. Forderungen (Volksvertretung und die verschiedenen Freiheitsrechte); diese lösten sich aber immer mehr in einen allgemeinen Protest gegen den gesamten wirtschaftlichen und politischen Druck auf (vgl. Bericht der Delegation; Roland-Holst "G-str. u. Sozd.", p. 35, ist anderer Meinung).

[624] Bericht der Delegation, p. 28.

Ein ganz anderes Bild bietet die russische Streikbewegung des Jahres 1905, deren erste Phase sich unmittelbar an den sog. blutigen Sonntag (22., resp. 9. Januar 1905) anschloß.[625] Sie umfaßte 1-1/2 Monate, während welcher Zeit Streiks mit vorwiegend politischen Zielen in 150 Städten Rußlands ausgebrochen sein sollen.[626] Am intensivsten scheint sich die Bewegung in Russisch-Polen entwickelt zu haben,[627] wo der proletarische Klassenstreik zudem noch einen "eigenartigen Widerhall" im Gymnasialstreik fand.[628] — Im Mai erfolgte eine neue Steigerung, die sich den Sommer hindurch fortsetzte.[629] Ihren Höhepunkt bildete der politisch-revolutionäre Ausstand vom 7. bis 17. Oktober 1905, der einzige wirklich allrussische Streik. Zu diesem gaben die Eisenbahner den Anstoß;[630] alsbald ruhte die Arbeit auf fast allen Eisenbahnlinien und in fast allen Städten des europäischen und asiatischen Rußlands.[631]