»Ja«, erwidert er. »Aber sind Sie krank?«
»Ach nein«, wehrt sie ab. »Ich habe nur ein sehr wichtiges Telephongespräch, dann bin ich immer vor Aufregung ganz blaß.«
Herr Karcher schweigt, er beobachtet sie über seinen Federhalter hinweg, während sie im Telephonbuch blättert.
Nachdem sich der Teilnehmer gemeldet hat, bittet sie, mit Herrn Stein persönlich zu verbinden. Herr Karcher will nicht indiskret sein, doch es bleibt ihm nichts anderes übrig, als ihre Worte anzuhören, denn sie steht direkt neben seinem Tisch.
»Verreist?« stammelt sie fast tonlos. »Ja — aber — ja, wann kommt er zurück? Heute abend? Ach danke, nein.« Sie scheint zum Schluß noch etwas erleichtert.
»Das ist doch Pech, nicht wahr?« sagt sie erklärend zu Herrn Karcher, »wenn man einen Menschen in so wichtiger Angelegenheit sprechen will, und er ist verreist.«
»Ja, das ist unangenehm. Dann kommen Sie heute abend noch einmal?«
»Ach ja. Aber ich habe gar nicht gefragt, um welche Zeit er zurückkommt und ob ich ihn noch im Bureau antreffe. Das war nämlich in seinem Geschäft. Mein Gott, wie dumm ich bin. Das kommt alles davon, daß ich mich immer so aufrege, wenn ich telephoniere. Was mache ich denn jetzt? Können Sie mir einen Rat geben?«
»Vielleicht rufen Sie da noch einmal an?« schlägt Herr Karcher schüchtern vor.
»Nein, nein. Dann will ich lieber heute nachmittag wiederkommen. — Wenn es Ihnen recht ist.«