»Mir ist es immer recht, Schwester Emmi. Sehr recht ist es mir. Aber Sie haben einen Kummer, Schwester Emmi. Kann ich Ihnen nicht irgendwie beistehen?«

»Was Sie denken! Es ist wirklich nichts«, meint sie mit erzwungenem Lächeln.

»Sie haben mir die Knöpfe angenäht und mir manchmal warmes Essen gebracht, Sie sind immer so gut zu mir gewesen. Warum kann ich Ihnen nicht etwas davon vergelten?«

»Ach, das können Sie doch nicht«, ruft sie ganz verzweifelt aus, so daß sich ihre Stimme überschlägt.

Dann rennt sie ohne Gruß davon. Herr Karcher sieht sie am Fenster vorbeiflüchten. Der kalte Nordwind zerrt an ihren blonden Haaren, daß sie ganz zottelig um ihr kleines Gesicht wehen.

Am Nachmittag kommt sie wieder. Sie ist jetzt viel gefaßter, nur ihre Hand zittert, wie sie nach dem Hörer greift.

Herr Stein ist noch nicht zurück. Er wird um sechs Uhr erwartet.

Da läßt sie sich mit der Generaldirektion verbinden. Sie will Herrn Gregor sprechen. Herr Gregor sei nicht da, wird ihr geantwortet.

»Er ist nur nicht in seinem Zimmer, meinen Sie?« gibt sie gereizt zurück.

»Nein, er ist heute überhaupt nicht gekommen.«