»Ah so,« sagt der Kapitän verbindlich, »das ist sehr interessant.« Und dann stellt er sich vor. Sie wird hier ganz und gar als Dame behandelt, obgleich sie nur die Fürsorgeschwester besuchen will.

Er bittet sie in sein Bureau und sendet jemand aus, der Schwester Emmi an ihre vernachlässigten Pflichten als Gastgeberin erinnern soll.

Inzwischen plaudert er mit Irmgard Pohl, als wäre ihm nicht bekannt, daß sie zum Feinde gehöre. Er habe schon lange die Absicht gehabt, ihrem Vater einen Besuch zu machen, und er werde, wenn es erlaubt sei, in den nächsten Tagen vorsprechen.

Irmgard kennt nicht die Absichten der Hafengesellschaft — man hatte bisher nur Rechtsanwalt Bernhard gesandt —, aber sie verspricht, ihren Vater auf den Besuch des Kapitäns vorzubereiten.

Sie ist erleichtert, als endlich Schwester Emmi erscheint, die nicht zu versichern braucht, daß sie über der vielen Arbeit die Einladung vergessen habe — man sieht es ihr an, wie sehr sie überanstrengt und durch den Schrecken über ihre Nachlässigkeit verstört ist.

Irmgard dankt dem Kapitän und will die Teestunde bei Schwester Emmi auf einen anderen Tag verlegen. Doch sie wird mit vielen Worten überredet, zu bleiben. Die Schwester plaudert unaufhörlich, sie kann gar kein Ende damit finden, sich zu entschuldigen und Erklärungen über ihre Vergeßlichkeit abzugeben.

Was hatte sie ihr alles zeigen wollen! Aber nun ist nicht einmal Gebäck im Haus, und Irmgard muß selbst dafür sorgen, daß sie eine Tasse Tee erhält, denn Schwester Emmi ist sehr zerstreut und läuft wie ein Irrwisch umher, ohne etwas fertigzubringen. Auf dem Tisch liegen noch Zigarettenreste, und das Zimmer ist nicht aufgeräumt. So empfängt man einen Besuch, auf den man sich lange gefreut hat.

Irmgard Pohl hat wohl gemerkt, daß hier etwas nicht in Ordnung ist, es liegt jedoch nicht in ihrer Art, zu fragen. Sie erzählt von dem kleinen Michael und stellt fest, daß der Kapitän ein sehr liebenswürdiger Herr sei. Es war kaum ihre Absicht, sich im Hafen offiziell empfangen zu lassen, aber sie darf mit der freundlichen Aufnahme zufrieden sein.

Schwester Emmi hat sich inzwischen etwas erholt. Sie kann sogar darüber scherzen, was sie für eine schlechte Hausfrau sei.

Als sie sich zum Tee niedergelassen haben, wird die Tür aufgerissen, und Herr Gregor stürzt herein.