»Kannst du mir eine Reisetasche leihen?« fragt er Schwester Emmi hastig, ohne sich mit einem Gruß aufzuhalten, »ich muß sofort geschäftlich verreisen.«

Seine Augen sind starr geradeaus gerichtet, und er sieht nicht, daß noch jemand im Zimmer ist. Irmgard Pohl blickt peinlich berührt in ihre Teetasse.

Schwester Emmi geht schweigend zum Schrank und reicht ihm einen kleinen Koffer. Er reißt ihn ihr aus der Hand und läuft wortlos davon.

Die Schwester bringt auch jetzt noch keinen Ton hervor. Aber in ihrem Gesicht zuckt und kämpft es, daß Irmgard Pohl es kaum mit ansehen kann.

Dann hört man draußen Schritte. Schwester Emmi läuft zur Tür und horcht angespannt. Plötzlich reißt sie die Tür auf.

In diesem Augenblick geht der Kapitän mit zwei Herren vorbei. Der eine ist breit und untersetzt, mit einem kräftigen Schnurrbart. Sie öffnen, ohne anzuklopfen, Herrn Gregors Tür und verschwinden.

Irmgard Pohl versucht, Schwester Emmi, die am Türpfosten lehnt, in das Zimmer zu ziehen. Doch sie ist wie taub, sie stemmt sich gegen alle milden Versuche und bleibt so lange im Korridor, bis einer der beiden Herren mit Herrn Gregor vorbeikommt. Der andere folgt an der Seite des Kapitäns.

Schwester Emmi starrt auf die Handschellen, die man Herrn Gregor angelegt hat. Der Kapitän bleibt vor ihr stehen.

»Der Herr Kommissar will nur die Personalien aufnehmen,« sagt er höflich, »weil Sie die Nachbarin sind. Dürfen wir nähertreten?«

In diesem Augenblick bemerkt er Irmgard Pohl. Er bittet, die Störung zu entschuldigen.