»Beiseite geschoben,« meint er mit leisem Lächeln, »wie man es beim Tanzvergnügen mit den Tischen und Stühlen macht.«
»Es ist also noch nicht der Rede wert, was augenblicklich lagert?« fragt Herr Undlet, der durch ein Versehen an diese Tafel geraten ist.
»Nein,« sagt Joachim Becker kurz, »wir haben erst heute mit dem Betrieb begonnen.«
Und Adelheid hat das beklommene Gefühl, daß sie doch wieder etwas gesagt hat, was nicht in der Ordnung war. Sie kann ihre Brötchen beim besten Willen nicht aufessen, obgleich andere schon beim dritten Teller angelangt sind und das Bier anfängt, knapp zu werden, weil man mit diesem Durst trotz aller Voraussicht nicht gerechnet hat.
Die Herren von der Presse ziehen sich zurück, auch einige Wagen fahren vor, und die Tischreihen lichten sich allmählich.
Auf den Schleppkähnen sitzen die Schiffer mit ihren Pfeifen vor der Kajüte. Mühlenbesitzer Pohl geleitet die Frau mit der großen Tasche vor die Tür. Er bleibt einen Augenblick im Vorgarten stehen, seine grauen Haare werden von einer leichten Brise zerzaust. Dann geht er mit festen Schritten, ohne sich umzusehen, zurück.
Der Feind
Irmgard Pohl hat sich mit einem Buch ans Fenster gesetzt und ein wenig zu lesen versucht. Aber es ist eigenartig: wenn sie untätig dasitzt und ihre Gedanken spielen lassen will, dann wird es leer in ihrem Kopf und traurig im Herzen, oder ein Karussell dreht sich so lange, bis sie zu verzweifeln beginnt. Doch wenn sie ein paar Zeilen über eine fremde Welt gelesen hat, dann findet sie wieder in geordneter Weise zu sich selbst zurück. Sie legt das Buch bald in den Schoß, blickt gedankenvoll zum Fenster hinaus und fühlt, daß in ihr etwas vorgeht, das nur geweckt zu werden brauchte.
Nicht die gewünschte Frühlingssonne liegt vor dem Fenster: das Gras ist naß und blank, auf den Kanal spritzt der Regen, daß die langweilig glatte Fläche in Blasen und Kreisen bewegt wird, und der bemehlte Getreidespeicher erscheint noch stumpfer und farbloser vor dem schmutzigweißen Himmel als sonst.