So, nun wird er wieder kühl, fast geschäftsmäßig. Es scheint wahrhaftig, als wäre es in seinen Augen eine Schande, wenn ein Hafendirektor Geige spielt. Er schließt seine Gefühle fest ein und geht im Zimmer umher, als sei nun alles in Ordnung.

Irmgard bringt ihr Anliegen vor und berichtet von dem Koffer.

»So,« sagt der Kapitän, »der Koffer gehört der Fürsorgeschwester? Das ist sicherlich noch nicht bekannt. Ich werde es jedenfalls melden. Und ob wir Sie brauchen, das steht noch nicht fest. Für alle Fälle danke ich Ihnen.«

Nun wäre Irmgards Mission beendet, aber sie steht nicht auf, um ihn zu verlassen.

»Wenn der Koffer bis jetzt keine Rolle gespielt hat,« meint sie unschlüssig, »so brauchen wir das Verfahren damit vielleicht nicht zu komplizieren. Schwester Emmi hat also anscheinend bisher mit der Angelegenheit nichts zu tun. Könnte man denn nicht alles beim alten lassen? Warum sollen wir sie unnötig hineinziehen?«

Sie redet sehr vertraut mit ihm. Sie sagt »wir« und schließt ihn in eine Partei ein, in die er als Direktor des Hafens wohl nicht gehört. Das empfindet sie im Augenblick, da sie zu Ende gesprochen hat.

Der Kapitän nimmt auch gleich die richtige Stellung ein.

»Was Sie mir gemeldet haben,« sagt er, »muß ich weitergeben. Das übrige wollen wir den Gerichten überlassen.«

»Ja,« erwidert sie nicht ohne Vorwurf, aber mit schwachem Lächeln, »Sie müssen sich schon als neutrale Person in die Mitte stellen. Aber der Schwester habe ich vielleicht mit meiner nachträglichen Meldung keinen guten Dienst geleistet.«

»Das können wir nicht wissen. Und warum soll sie ihre Tasche nicht zurückerhalten? Es ist nur schade, daß Sie vorhin fortgegangen waren, denn dann hätten wir Widersprüche vermieden.«