Irmgard geht zu ihrem Vater. Sie setzt sich neben ihn auf das Sofa und lehnt stumm den Kopf an seine Schulter. Der Mühlenbesitzer legt die Zeitung hin und schließt den Arm um seine Tochter.
So sitzen sie, bis Irmgard die Schritte der Mutter hört. Sollte man es wohl für möglich halten, daß eine Mutter auf ihre eigene Tochter eifersüchtig ist?
Wie Irmgard dem mißtrauischen Blick Frau Pohls begegnet, denkt sie, wie schön es wäre, wenn noch einige Menschen so in der Mitte ständen wie der Kapitän.
Aber sie kann sich noch nicht entscheiden, ob sie es in vielen Fällen gutheißen würde.
Als sie in ihr Zimmer hinaufkommt, ist Schwester Emmi nach ganz kurzer Ruhe erwacht und von neuen Sorgen erfüllt.
»Nun wird man mich entlassen«, sagt sie verzweifelt. »Ich habe zwar gesagt, daß ich Herrn Gregor heute überhaupt nicht gesehen hätte, aber Frau Reiche wird dafür sorgen, daß man mich davonjagt.« Die ganze Trostlosigkeit ihres Wanderlebens liegt wieder vor ihr.
»Nein,« sagt Irmgard, »der Kapitän wird niemals zugeben, daß man Sie entläßt. Davon dürfen Sie fest überzeugt sein.«
»Haben Sie ihn gesprochen?«
»Ja.«
»Und er hat es Ihnen gesagt?«