Die Zeit geht über so vieles heilend hinweg, man muß nun über eine erbitterte Feindschaft lächeln.
»Also können wir einen Vertrag abschließen?« fragt der Kapitän.
»Nein, um Gottes willen keine Verträge. Kommen Sie, wenn Sie meinen Speicher brauchen, und ich will zusehen, wie ich einem so großen Unternehmen helfen kann.«
Die beiden Männer verabschieden sich mit einem Händedruck. Während die Prozeßgegner vor den Gerichten ihre Sache weiter verfechten, schließen sie daheim friedlich ihre Geschäfte ab. Und das ist keinem anderen zu verdanken als dem Kapitän, dem Mann in der Mitte.
Oder der Bäckermeister Reiche, Kantinenwirt im Hafen, spricht bei ihm vor und dreht lange verlegen an seiner Mütze, bis er endlich mit der Sprache herausrückt.
Also: er halte dieses Leben nicht länger aus, er sei Handwerker und nicht Schankwirt. Und wenn das nicht bald ein Ende nähme, so wüßte er nicht, was noch geschehen könnte. Er bittet um die Erlaubnis, das Recht für die Bewirtschaftung der Kantine mit seinem eigenen geringen Inventar verkaufen zu dürfen, damit er wieder imstande sei, sich eine Bäckerei anzuschaffen.
»Was sagt Ihre Frau dazu?« fragt der Kapitän.
»Meine Frau?« wiederholt Herr Reiche, »sie trägt die Zigaretten und das Essen aus der Kantine in das Untersuchungsgefängnis und verschenkt mein Geld an fremde Menschen.«
»Sie ist in der Wirtschaft sehr tüchtig, und man scheint allgemein zufrieden mit ihrer Küche zu sein«, sagt der Kapitän. »Wollen Sie es nicht auf eine andere Art mit ihr versuchen? Was Ihre Bäckerei betrifft, so will ich Ihnen natürlich nichts in den Weg stellen.«
Wie Herr Reiche im Vorzimmer an Fräulein Spandau, der stillen Sekretärin, vorbeikommt, sieht er sehr zufrieden aus, als habe der Kapitän ihm geholfen. Fräulein Spandau nickt ihm lächelnd zu, sie wird es zwar sehr bedauern, wenn sie mit ihm nicht mehr jeden Tag um ein Uhr ein paar Worte wechseln kann, doch sie freut sich in seinem Interesse, daß er zu seinem Beruf zurückkehren darf.