Nun haben sie das richtige Fahrwasser gewonnen und langen in munterer Unterhaltung vor dem Konzerthaus an. Der Kapitän macht keine Anstalten, sich zu verabschieden.

Sie sieht ihn belustigt an: »Ja, wollen Sie denn auch hierher?«

»Nein, das heißt ja, jetzt will ich es auch. Sie haben mich auf eine ausgezeichnete Idee gebracht.«

Sie ist einen Augenblick verlegen und bleibt stehen.

»Ich hoffe doch, Sie wissen, mit wem Sie hier hineingehen, und daß es für Sie peinlich sein kann?« fragt sie und fühlt, wie ihr die Röte langsam ins Gesicht steigt.

»Ich weiß, was ich tue«, sagt er fast ärgerlich. »Und ich wüßte mir keine angenehmere Gesellschaft.« Seine Worte verlieren dabei den Sinn eines Komplimentes.

»Verzeihen Sie, ich habe Sie nicht verstimmen wollen. Zuweilen muß man sich selbst daran erinnern, damit man nicht zu übermütig wird. Natürlich werden Sie wissen, was Sie zu unternehmen haben, um keinen Menschen zu kränken.«

»Wovon sprechen Sie, Fräulein Pohl?« fragt er plötzlich sehr streng.

»Wovon?« fragt sie verwirrt. »Von dem, was Sie ebenso wissen wie alle anderen, die mich kennen. Ich gebe mich nicht der Illusion hin, daß die Menschen über das Unangenehme schweigen. Nur das Angenehme behalten sie für sich. Warum soll ich diskreter sein als die anderen, zumal es sich hier um mich selbst handelt?«

»Nur mit dem Unterschied, daß Sie heute noch darüber sprechen, während die anderen längst schweigen. Geben Sie mir Ihre Karte, damit ich versuche, den Nachbarplatz zu bekommen.«