»Ach ja, Beethoven kann man immer wieder hören«, sagt eine Frau sehr laut neben ihnen, als wolle sie sich vor aller Öffentlichkeit entschuldigen, daß sie noch zu so alter Musik geht.

Die beiden sehen sich belustigt an. Sie sind in der Laune, die alles mit einem heitern Spott betrachtet.

Aber dann sitzen sie auf ihren Plätzen und werden schon bei den ersten Tönen, die vom Stimmen der Instrumente in das schwatzende Publikum fallen, sehr still.

In der Pause gehen sie lange schweigsam auf und ab. Nach diesem gemeinsamen Erlebnis will ihr neuer Verkehrston doch nicht mehr passen.

Endlich beginnt er das Gespräch damit: »Ja, die Deutschen müssen sich bei der Musik immer etwas denken. Sie machen sich zu jeder Symphonie und selbst zu den Walzern einen Text.«

Irmgard, die von den Tönen sehr angeregt wird und noch im tiefen Nachdenken ist, sagt:

»Sie sprechen von den Deutschen, als gehörten Sie nicht dazu.«

»Verzeihen Sie, ich habe mich nicht korrekt genug ausgedrückt, ich hätte sagen müssen ›wir‹ Deutschen.«

»Ja, sehen Sie, das klingt schon mehr nach persönlichem Bekenntnis, und darum vermeiden Sie es.« Sie kann es sich selbst nicht erklären, warum sie ihm jetzt seine Schwäche vorhalten muß.

»Sie haben recht,« erwidert er, »man gewöhnt sich daran, seine Gefühle vor den Menschen zu verbergen.«