»Nun werden wir es bald nicht mehr nötig haben, unser Getreide drüben einzulagern.«
»Wie steht es übrigens jetzt mit der Ansteckungsgefahr? Es wäre mir sehr peinlich, wenn einer der Schiffer, die hier im Winterlager sind, dadurch mit seinen Kindern Sorgen bekäme«, meint der Generaldirektor bei dieser Gelegenheit. Es gelingt ihm der beabsichtigte leichte Ton.
Vielleicht ist der Kapitän der Ansicht, daß die Sorge um die Kinder der Schiffer erst an zweiter Stelle käme. Er rückt ein wenig an seinem Stuhl und erwidert:
»Wie solche Krankheiten manchmal verschleppt werden können, ist nicht abzusehen. Ich habe mich gestern telephonisch erkundigt und die betrübliche Nachricht erhalten, daß der Junge in größter Gefahr schwebt. Ob die Krisis jetzt überwunden ist, weiß ich nicht.«
Wenn er mehr Erbarmen mit Joachim Becker hätte, der so vortrefflich seine Vatergefühle verbirgt, dann würde er vielleicht seiner Sekretärin Auftrag gegeben haben, anzufragen, wie es jetzt »drüben« steht. Der Generaldirektor hätte eine beruhigende Nachricht mitnehmen können, wenn sie auch sonst ohne Wert für ihn wäre. Doch der Kapitän unternimmt nicht mehr, als für einen neutralen Mann nötig ist.
Joachim Becker drückt sein Bedauern über den traurigen Fall aus und wendet sich wieder den geschäftlichen Dingen zu.
Nachdem er sich verabschiedet hat, läßt der Kapitän sich sofort mit Irmgard Pohl verbinden, um seinerseits Gewißheit zu gewinnen.
»So, das ist ja ausgezeichnet, ausgezeichnet!« antwortet er auf die gute Auskunft hin. Er beugt sich in seinem Stuhl vor, den Arm mit dem Hörer aufgestützt, als wolle er sich noch lange in dieser angenehmen Weise unterhalten.
»Da gratuliere ich uns allen!« ruft er hinterher.
»Ja, mir auch«, antwortet er auf Irmgards Frage, »denn ich habe doch die Einladung nicht vergessen.«