»Wir wollen uns auch das Becherwerk und die Bandförderung ansehen«, sagt der Kommerzienrat. Er hat einst das Getreide kiloweise verhandelt, und hier ist nun sein Getreidespeicher, der über 30000 Tonnen loses Getreide faßt.
Sie gehen zu den blitzschnell eilenden Bändern, die das Getreide davontragen und verteilen. Während die Motoren surren, eilen die Körner in dünner Schicht unter einer fliehenden grauen Wolke von Staub dahin, aber wenn man sie durch die Finger gleiten läßt, so sind sie wie Gold.
Felix Friemann, der den Gefühlen seines Vaters ferner steht, geht mit Schwester Emmi wieder zu den Kähnen hinaus, um mit ihr zu plaudern. Auch er hat seine Freude an ihrem Lachen und an ihren hellen flinken Worten. Herr Karcher zieht sich langsam in sein Lagerkontor zurück.
»Nun habe ich mein Exposé über die Erweiterung und Organisation unserer Fürsorgeeinrichtungen bei der Generaldirektion abgegeben«, sagt Dr. Friemann zu Schwester Emmi.
»Ach, schriftlich haben Sie das sogar gemacht! Mein Gott, was wird uns das für Umwälzungen bringen! Muß man dann die Finger auf eine modernere oder wissenschaftlichere Weise verbinden?«
Nein, sie nimmt die Wichtigtuerei dieses Kommerzienratssohnes durchaus nicht ernst.
»Nun, das gerade nicht! Doch es werden Abteilungen und Untergruppen eingerichtet, und Sie sind dann nicht mehr die allmächtige Schwester Emmi, sondern einfach Schwester eins.«
»Herrjeh, wer wird dann Schwester dreizehn?« Sie will sich ausschütten vor Lachen.
»So weit wollen wir noch nicht gehen. Wir könnten getrost noch eine Schwester Anni oder Elli bekommen, die liebenswürdiger sind als Sie, — die Anni oder Elli.«
Ihr Spott hat ihn etwas verwirrt, denn er fängt schon an, einzelne Worte zu wiederholen.