»Ja, Herr Reiche, das wollen wir uns mal beide durch den Kopf gehen lassen. Haben Sie noch zu einem anderen Menschen davon gesprochen?«

»Keiner Seele habe ich ein Sterbenswörtchen gesagt.«

»Dann wollen wir zunächst auch weiter darüber schweigen. Und Sie kommen morgen um die gleiche Zeit noch einmal her.«

Sie trennen sich mit einem kräftigen Händedruck.

Der Mühlenbesitzer steht am Fenster und sieht dem Manne nach, wie er mit schweren wiegenden Schritten über den Mühlenplatz geht.

Es gab eine Zeit, da der Bäckermeister Reiche sich für seinen neuen, von der Frau ersehnten Beruf die nötige Trinkfestigkeit holen mußte. Er hatte keinen Geschmack am Alkohol, aber wenn man ihn ausschenken soll, muß man ihn auch trinken können. So übte er sich eine ganze Weile darin, und als er die alkoholfreie Kantine bekam, war ihm das Trinken zur Gewohnheit geworden. Nun hat er wieder einen festen gleichmäßigen Gang und sogar Ideen im Kopf.

»Der Mann weiß gar nicht, was er hier für einen Plan aufgerollt hat«, sagt der Mühlenbesitzer vor sich hin. — »Der Herr Pohl wollen es mir nicht verübeln, wenn es nicht recht ist«, hört er im Geiste noch einmal den Bäckermeister sagen. Michael Pohl schüttelt den Kopf und denkt nun erst gründlich über die Sache nach.

Dann geht er in das große Kontor hinüber und ruft seine Tochter.

Noch ist sie hier in seinem Bureau, und er kann sie um ihren Rat fragen. Aber in wenigen Tagen will sie ihre Reise antreten, und er weiß noch nicht, wie er dann ohne seinen Kompagnon auskommen soll.

Sie setzt sich im Privatkontor auf ihren angestammten Platz im Ledersofa und sieht ihren Vater interessiert an.