Michael Pohl erzählt ihr von der Idee des Bäckermeisters. Aus der Bäckerei ist eine Brotfabrik geworden, die Brote zählen nicht nach Hunderten, sondern nach vielen Tausenden, und die fünf Pfennig Ersparnis für jedes Brot will er den Konsumenten überlassen, denn es bleibt immer noch Verdienst genug.

»Hier ist das Getreide,« sagt der Mühlenbesitzer, »hier das Mehl und da das Brot für die ganze Stadt.«

Irmgard ist aufgesprungen. Sie sieht ihren Vater mit leuchtenden Augen an.

»Ja,« sagt sie, »Vater, das ist fast so groß wie damals das Projekt vom Hafen.«

Michael Pohl lächelt. »Nun, ganz so hoch wollen wir uns nicht versteigen. Und vorläufig sieht unser Plan noch genau so schwierig aus wie die Idee vom Hafen vor drei Jahren.«

»Mein Gott,« sagt Irmgard, »was sollen dann die vielen Bäcker machen, wenn wir das Brot allein backen wollen?«

»Sie können es mit dem gleichen Verdienst verkaufen, als wenn sie es selbst gebacken hätten. Aber sie werden natürlich ihr Handwerk nicht aufgeben wollen, um Händler zu werden. Du siehst, daß hier schon eine Schwierigkeit ist.«

Wie flink denkt nun eine Frau!

»Warum sollten sie nicht ihre Semmeln und Kuchen backen wie bisher? Wenn ich an unseren Bäcker denke, der ein ganz besonderes Brot bereitet, mit einem Geschmack, den man sonst nirgends wiederfindet, dann sage ich mir, es könnte doch jeder seine Spezialitäten weiterführen. Man zahlt dann gern etwas mehr, wenn man es sich leisten kann. Wir aber backen hier nur das billige Einheitsbrot, das tägliche Brot des Volkes, kurz: das Brot.«

Michael Pohl sieht sie befriedigt an. »Nun bleibt nur die Frage, wer der Unternehmer wird, und wie man es den Beteiligten klar macht. Ich meine die Produzenten, die den Gewinn dem Volke überlassen sollen.«