»Ist das Projekt für einen einzelnen zu groß?«

»Das auch, obgleich ich außer meinem freien Grund und Boden reichlich Kapital dazugeben könnte.«

»Könntest du das?«

»Gewiß, die Mühle entwickelt sich von Jahr zu Jahr und wirft größere Gewinne ab, unsere Ansprüche bleiben die gleichen. Nun ersetzest du mir sogar noch eine Arbeitskraft, und deine Mutter kennt nur ihre peinliche Pflichterfüllung. Ich habe das Geld nicht im Hafen unterbringen können, dazu war es zu wenig, jetzt muß ich es endlich für unseren Sohn anlegen.«

»Aber —?« fragt Irmgard Pohl.

»Aber für eine Brotfabrik, die den Bedarf der ganzen Stadt decken soll, brauchen wir die Unterstützung der Kommune oder der Allgemeinheit. Das ist ein volkswirtschaftliches Unternehmen, für das wir uns keine Feinde aufladen dürfen.«

»Wer sollte wohl feindlich gesinnt sein, wenn es sich darum handelt, der Allgemeinheit das Brot zu verbilligen?«

Der Mühlenbesitzer lacht. »Wer? Die Konkurrenz, die Rechthaber, der Neid, die Zwietracht. Es beständen viele Beweggründe.«

»Das Hafenprojekt hat sich auch verwirklichen lassen.«

»Da handelte es sich nur darum, Interessenten zu finden, die durch den gleichen Gedanken geeint werden: Geld zu verdienen. Dieses Motiv versöhnt die heftigsten Feinde. Nun aber sollen wir für einen ideellen Zweck werben. Meinst du, daß die Inhaber der bereits bestehenden Brotfabriken mit der Verbilligung einverstanden sind? Was geht sie das Volk an, wenn sie von ihrem Verdienst einbüßen?«