Herr Reiche verabschiedet sich von Fräulein Spandau, nachdem er die Vermittlung des Kapitäns in Anspruch genommen hat, und sagt:

»Ich lasse ihr alles hier, so wie es ist. Ich habe meine beiden Fäuste zur Arbeit. Und wenn Sie einmal in der Mühle zu tun haben, so fragen Sie nach Lagerverwalter Reiche. Dann wird es schon recht sein.«

Inzwischen beleuchten die Zeitungen das Problem und suchen die Parteien zu orientieren.

»Wie lange wird die Verbilligung anhalten?« fragen die einen. »Wenn den Meistern die Arbeit genommen ist, gehen die Preise wieder in die Höhe, und die Großunternehmer allein stecken den Gewinn ein.«

»Man hat es auf zwei Berufe abgesehen«, klagen einige andere. »Der Zwischenhandel und das Transportgewerbe sollen ausgeschaltet werden«, und man rechnet den Interessenten vor, welche Schädigung das für sie bedeutet.

»Nun soll auch das gute ehrliche Handwerk unterjocht und versklavt werden.« — »Das ist der Beginn der Vertrustung.« — »Das Kapital reißt nun auch die Macht über das tägliche Brot an sich.« — So und ähnlich lauten die Schlagworte, die auch von den Bäckermeistern aufgenommen werden.

Nur eine zaghafte Stimme vertritt die Ansicht, daß es der Stadt zur Ehre gereichen würde, wenn man in dieser Frage eine Einigung ohne Gewalt erzielte. Aber sie verknüpft diese einfache praktische Angelegenheit mit ihren Idealen und macht sich selbst lächerlich. Denn was hat eine Brotfabrik mit dem ewigen Frieden zu schaffen?

Verliert der Mühlenbesitzer den Mut darüber? Nein, er verliert ihn nicht; er war nicht ohne Vorbereitung in den Kampf eingetreten. Er bietet sein Geld und eine gute Idee an, und wenn sie es ablehnen, so wissen sie nicht, was sie tun. Er wäre nicht der erste, dem man seine Gaben vor die Füße wirft.

Ein anderer beginnt allmählich, im Kampfe zu verzagen. Er ist auf einen vorübergehenden Posten gestellt worden in Erwartung der großartigen Gründung; die Wartezeit erstreckt sich auf zwei Monate, drei Monate, es wird Herbst, und noch bezieht er mit bedrücktem Gewissen sein Gehalt als Lagerverwalter in einer Mühle und nicht als Meister in einer Brotfabrik. Was nutzt es ihm, daß er sich mit der modernen Technik vertraut macht und im stillen eine neue Lehrzeit in den verzwickten Büchern beginnt? Es ist nur gut, daß ein Fräulein Spandau eines Tages den Lagerverwalter Reiche aufsucht und ihn fragt, ob man das Mehl in der Mühle auch pfundweise kaufen könne.

Nein, damit kann er nicht dienen, doch wenn er sie nach Hause begleiten dürfe und sie sich noch für die Sache eines Mannes interessiere, den man so lächerlich finde, so wolle er ihr einiges erzählen.