»Das wird wohl großartiger werden als die bescheidene Feier für den ersten Spatenstich«, wirft Rechtsanwalt Bernhard ein.
»Das will ich meinen!« Der Generaldirektor erhebt sich noch immer nicht, um seinem Besucher das Ende der Konferenz anzudeuten, nein, er spielt mit seinem Brieföffner und malt sich anscheinend die Feier aus.
»Übrigens«, meint er liebenswürdig, »hat meine Frau kürzlich festgestellt, daß Sie sich lange nicht bei uns sehen ließen. Wir wollen in der nächsten Woche einige Vorstandsmitglieder und Mitarbeiter der Hafengesellschaft mit ihren Damen laden. Sie werden hoffentlich nicht fehlen?«
Gewiß nicht. Rechtsanwalt Bernhard hat noch nie eine Gelegenheit versäumt, um Frau Adelheid wiederzusehen.
Sie schütteln einander die Hände zum Abschied, da wird die Tür stürmisch geöffnet, und Dr. Felix Friemann stürzt in heftiger Erregung herein.
»Die Arbeiter im Hafen wollen streiken,« bringt er unter großen Wortverlusten hervor, »die Arbeiter im Hafen —«, fügt er dafür noch einmal hinzu.
»Was sagst du da?« ruft Joachim Becker aus. »Sind die Kerle verrückt geworden? Da müßte man doch gleich mit Maschinengewehren dazwischenfahren!«
Rechtsanwalt Bernhard macht ein sehr verlegenes, bedauerndes Gesicht und verschwindet lautlos.
Joachim Becker bestellt sofort seinen Wagen; er will von seinem Schwager Näheres erfahren, denn die Nachricht trifft ihn ganz unerwartet.
»Wir sind mitten in der besten Arbeit. Das ist ja geradezu eine Gemeinheit, sich diesen Termin dafür auszusuchen«, sagt er, im höchsten Grade erregt.