Dr. Friemann kann ihm leider keine Erklärungen geben. Er ist sofort hierher geeilt, um die Nachricht als erster zu bringen, und brennt nun darauf, sie auch zu seinem Vater zu tragen. Solch eine aufregende Angelegenheit ist ihm eine angenehme Abwechslung, obgleich sie seine Sprache verwirrt.
Der Generaldirektor wendet sich verärgert ab. Er versucht immer wieder, seinem Schwager mit Nachsicht zu begegnen, aber es will ihm nie gelingen. Er fällt sogar in seine alte Unduldsamkeit zurück, wenn er geschäftlich mit ihm zusammentrifft. Im Familienkreis dagegen findet er einen liebenswürdig-ironischen Plauderton.
Er fährt in den Hafen und trifft eine Abordnung der Arbeiter im Zimmer des Kapitäns.
Die Tätigkeit ist noch nicht eingestellt, doch man will sich dem beabsichtigten Streik der Transportarbeiter anschließen.
»Was wollt ihr denn?« fragt der Generaldirektor. »Genügt euch die Bezahlung nicht?«
»Uns wohl«, sagt Karle Töndern, der zum Sprachführer ernannt wurde. »Wir sind mit allem sehr zufrieden. Aber unsere Arbeitskollegen in der Stadt nicht.«
»Ja, was geht das uns an! Deswegen könnt ihr doch eure Arbeit leisten und uns nicht in diese Verlegenheit bringen. Oder sind Sie nicht imstande, zu übersehen,« fragt er mit einem scharfen Blick auf Karle Töndern, »was ein Streik jetzt dem Hafen für einen Schaden bringt?«
»Das sehen wir wohl ein,« meint Karle Töndern ruhig und fast etwas traurig, »es tut uns auch allen sehr leid, da wir zufrieden sind und über Tarif bezahlt werden. Aber wir können unsere Kollegen nicht im Stich lassen.«
»Ihr seid doch im Grunde keine Transportarbeiter!«
»Nein, das stimmt. Doch wir haben uns dem Verband angeschlossen, damit wir allein nicht so schwach sind, und nun müssen wir zusammenhalten.«