»Die hat der Junge so nach und nach entzweigeschlagen«, erwidert Herr Pohl gutmütig lachend.

Irmgard kann es sich nicht versagen, den Knaben in ihrer Freude darüber hochzuheben und mit einem Kuß zu belohnen. »Für die Rettung der Kunst«, meint sie belustigt.

Aber der so jählings in seiner Beschäftigung Gestörte rächt sich dafür durch einen tüchtigen Griff in ihre Haare. Irmgard setzt ihn, ärgerlich über die Abwehr und den körperlichen Schmerz, barsch auf seinen Platz zurück.

»Pfui, du bist ja ein ganz verzogener, brutaler Bengel geworden!«

Der dreijährige Michael kann eine derartige Beleidigung nur mit einem fürchterlichen Gebrüll beantworten, das sein guter alter Kamerad, der Vater, besänftigen muß.

Als er die letzten Seufzer auf seinem Knie verschluckt hat, meint Michael Pohl entschuldigend zu seiner Tochter:

»Siehst du, so ist es: was wir dir an Strenge zuviel gaben, hat der Junge nun zu wenig. Man ist in der Jugend zu hart und im Alter zu milde. Wo ist das goldene Maß im Leben?«

Irmgard ist wieder besänftigt. Sie muß unwillkürlich an den Kapitän denken und sagt nach einer Weile:

»Wie geht es unserem gerechten Mann, dem Kapitän? Ich habe ihm auch zwei Karten geschickt.«

Herr Pohl findet, daß zwei Karten nicht viel sind, aber er gibt seine Ansicht darüber nicht preis. Er wischt die Tränenspuren vom wieder strahlenden Gesicht seines kleinen Adoptivsohnes und erwidert: