Unangefochten? Der Kapitän reibt sich die Hände und rennt zum anderen Hafenbecken hinüber.

Oh, nun, da der leidige Winter überwunden ist und die Frühlingssonne ihm den Rücken wärmt, will er sich auch wieder rühren und ein wenig mittummeln. Allzulange ist er Zuschauer gewesen. Auf seinem Posten in der Mitte.

Nachdem er genügend seine Beine gerührt hat, geht er endlich zu seinem Bureau zurück. Vor der Kantine trifft er die Fürsorgeschwester.

»Na, Schwester eins,« sagt er gutgelaunt, »nun denken Sie wohl schon wieder an Ihre Ferienkinder?«

Sie lächelt. Der junge Friemann hat ihr einen schönen Spottnamen verschafft. Aber vom Kapitän will sie den Scherz gern hinnehmen.

Ob sie auch wüßte, daß Herr Pohl mit seiner Tochter heute nachmittag den Hafen besichtigen werde, fragt der Kapitän, nach kurzer Unterhaltung über ihre Aufgaben und Sorgen.

Nein, das wußte sie nicht. »Aber ich habe Fräulein Pohl auch schon begrüßt«, sagt sie. »Sie hat sich wirklich sehr verändert. Ach, es ist wohl schön, wenn man sich ein ganzes Jahr erholen kann«, fügt sie mit einem kleinen Seufzer hinzu.

Der Kapitän setzt seinen Weg fort. ›Ja, ja, der Neid der lieben Mitmenschen‹, denkt er dabei abschließend über die Fürsorgeschwester. —

Joachim Becker fährt an diesem Nachmittag im Hafen vor und will mit gewohnter Eile in das Verwaltungsgebäude hineingehen, als er die Stimme des Kapitäns aus unmittelbarer Nähe vernimmt.

Er wendet sich um und sieht ihn, wenige Schritte entfernt, im angeregten Gespräch mit seinen Gästen stehen.