Er versucht, seine Erklärungen ab und zu durch einen Scherz zu würzen. Doch wer sollte über so viel verzweifelten Humor lachen können?

Seht: Michael Pohl lacht, als hätte er noch nie so gute Witze gehört.

»Was bin ich weißer Müller gegen so viel schwarze Macht!« sagt er, gleichfalls bemüht, die Stimmung zu retten.

Der Zustand des Kapitäns entgeht ihm ebensowenig wie das verwirrte Gesicht seiner Tochter. Im Zusammenhang mit dem Einfahren des Automobils kann er sich manches erklären.

Er denkt: ist dieser Mann, dem auf die Dauer keiner seine Sympathie versagt, so lange einsam gewesen, so wird er auch noch einige Zeit warten können. Geduld dürfte er in seinem unsteten Dasein genügend gelernt haben.

Ja, Geduldsübung ist dem Kapitän ohne Zweifel vertrauter als Joachim Becker, der im Zimmer des Hafendirektors wie ein gefangenes Tier umherrennt und die Fäuste ballt.

Natürlich hat es keinen Sinn, hier zu warten, daß der Kapitän heute noch für geschäftliche Zwecke Zeit findet. Er führt seinen Besuch spazieren und kümmert sich nicht darum, daß man ihn zu sprechen wünscht.

Trotzdem stellt sich der Generaldirektor ans Fenster, um zu verfolgen, wie weit der Kapitän sich vom Verwaltungsgebäude zu entfernen gedenkt.

Die drei gehen an der Kaimauer entlang, gemächlich und scheinbar in ständiger Unterhaltung. Der Kapitän weist zuweilen mit eckigen Bewegungen zu den Kränen und Laderampen hinüber, während er, schräg zu seinen Besuchern gewandt, die steifen Beine bewegt.

Es ist noch zu erkennen, wie Michael Pohl, der breit und wuchtig neben ihm geht, beifällig mit dem Kopfe nickt. Diese stumme Geste der Zustimmung ist dem Beobachter am Fenster nicht fremd. Wie oft hat er zu seinen Plänen vom Hafen so genickt und ihn dabei mit den hellen, teilnahmsvollen Augen ernst angeblickt. Auch als Joachim Becker ihn damals, etwas verlegen über diese Situation, um seine Tochter bat, hatte er zunächst nur mit einem Nicken zugestimmt, ehe er seine Ansicht äußerte, daß es gut sei, noch zu warten, damit niemand sich bei einem so schwerwiegenden Schritt übereile.