Da ist Joachim Becker doch ein anderer Mann, obgleich der Rechtsanwalt sich auch hier seine eigenen Gedanken macht. Aber wenn man ihm gegenübertritt, so muß man schließlich doch seiner ganzen Art und Erscheinung zustimmen.
Nachdem Dr. Bernhard etwa eine Stunde auf den Hafendirektor gewartet hatte, ist die Reihe auch an ihn gekommen. Herr Gregor erscheint so eilig, wie es sein Temperament erlaubt, und sagt: »Bitte, Herr Doktor, nehmen wir gleich diesen Eingang. Der Herr Direktor ist schon sehr ungeduldig.«
Joachim Becker sitzt an seinem Schreibtisch und telephoniert.
»Bestellen Sie meiner Frau,« hört der Rechtsanwalt, »daß ich heute nicht zu Tisch kommen kann, und besorgen Sie mir ein paar Brötchen.«
Dann wirft er den Bleistift, mit dem er nervös auf die Platte geklopft hat, hin und sagt zum Rechtsanwalt: »Bitte. Ja, also hier sind die Akten. Dieser Prozeß ist für uns von großer Wichtigkeit und muß bald ausgetragen werden. Die Kosten spielen keine Rolle, aber es ist nötig, daß die Sache richtig angefaßt wird. Sind Sie über den Gegner informiert?«
»Nein,« erwidert der Rechtsanwalt, »ich weiß nur so viel, daß es sich um das Terrain am Verbindungskanal handelt.«
»Ja, dieser Platz war eigentlich für unseren Getreidehafen gedacht. Das unter uns — die ganze Angelegenheit ist überhaupt streng diskreter Natur.« Dabei sieht er den Rechtsanwalt durchdringend an, und auch im weiteren Verlauf der Unterredung fliegen seine kalten klaren Blicke blitzschnell auf sein Gegenüber, wenn dieser es am wenigsten erwartet.
Dann führt der Direktor in stichwortartiger Kürze das Weitere aus. Einmal sagt er: »Ein persönlicher Konflikt, der in keinem Fall in die Angelegenheit hineingehört, entstand dadurch, daß ich meine inoffizielle Verlobung mit Fräulein Pohl löste.«
Damit hat er ein für allemal seinen Standpunkt in dieser Hinsicht klargelegt.
»Und hier ist die Vollmacht, die uns eine Angriffsmöglichkeit bietet.«