»Du weißt anscheinend nicht, daß ich in meinem Leben noch keine Zeit hatte, mich mit diesem Sport abzugeben. Das ist etwas für diejenigen, die in jungen Jahren genießen und nicht arbeiten«, hatte er, nicht ohne Bitterkeit, geantwortet.

»Aber du könntest es doch jetzt lernen«, warf sie ein.

Wie, hier sollte er sich vor diesem Volk produzieren und sich auslachen lassen? Sie glaube wohl selbst nicht daran, daß er dazu fähig wäre.

Auch das sah sie schließlich vollkommen ein.

Doch eines Tages hatte sie die drückende Stille und Enge ihres Zimmers nicht länger ertragen. Die hellen Stimmen vor den Fenstern lockten; sie galten nicht ihr. Sie hatte immer wieder die Briefe ihrer Mutter gelesen, die Mitteilungen lebenslustiger Freundinnen, sie hatte versucht, sich in Bücher zu versenken, indes ihr Mann im Nebenraum nervös arbeitete und es nicht erwarten konnte, wieder zu Hause zu sein, in seinem Hafenterrain, wo man die Häuser bereits abriß und die Mehrzahl der Bäume fällte, um seinem Werke Platz zu machen.

Sie vernahm seine ruhelosen Schritte, sie wußte, welches Opfer er ihr brachte, indem er die für die Hochzeitsreise festgelegte Zeit hier in Ungeduld verlor.

Da war sie trotzig zu ihm hineingegangen. Sie hatte ihn auffordern wollen, sie auf einem Spaziergang zu begleiten. Heftige Vorwürfe sollten ihn für den Fall der Ablehnung treffen. Doch als sie ihn mit soviel Ernst und Eifer in seine Arbeit vertieft sah, sagte sie bescheiden:

»Du kannst mich wohl jetzt nicht begleiten?«

Und um seinen Kampf zwischen Pflicht und Wunsch zu beenden, war sie allein hinausgegangen, zu den jungen, in Gemeinsamkeit fröhlichen Menschen.

Sie ließ sich Schneeschuhe geben und eilte scheu durch die belebten Promenaden zu den Abhängen.