»Dann werde ich dem Aufsichtsrat vorschlagen, daß du die Generaldirektion in den Hafen hinübernimmst, denn ich bin jetzt zu alt für solche Aufgaben, und sonst ist niemand mehr da.«
So hatte er also gehofft, sein Sohn könne dereinst selbst dafür befähigt sein. Er wendet sich zur Seite, und Joachim Becker kann ihm nicht einmal zum Dank für die Erfüllung seines Wunsches die Hand drücken. — — —
Wie rasch ist ein Mensch entbehrlich, besonders wenn er so bescheiden seines Amtes waltet, wie der Kapitän!
Er kann nach wenigen Wochen schon seine Pflichten in die Hände des Nachfolgers legen und Abschied nehmen.
Es ist wieder August. Genau zwei Jahre habe er am Steuer dieses Riesenschiffes gestanden, sagte der Kapitän in seiner Abschiedsrede.
Daß er in Wahrheit kein Schiff gelenkt hatte, mußte er wohl erfahren. Die Welt war nicht wie sonst an ihm vorbeigeglitten, während er feststand und nach allen Seiten unbeteiligt Ausschau hielt. Er hatte keine Planken unter den Füßen gehabt.
Nein, er war in seinem Hafen unruhig umhergelaufen, und dann hatte er ihn sogar verlassen, um Besuche beim Nachbarn zu machen. Da war die Welt wieder dicht an ihn herangerückt, sie nahm ihn auf und wirbelte ihn wie die anderen herum, und er verlor wie sie den Stand in der Mitte.
Nun macht er sich auf, um den ersten Abschiedsbesuch abzustatten. Die Stunde des Arbeitsschlusses in der Mühle scheint ihm geeignet dazu. Vielleicht könnte man auf der Bank im Garten sitzen und doch noch Gelegenheit finden, einige Worte unter vier Augen zu sprechen.
Er trifft Herrn Pohl mit seiner Tochter noch im Bureau an. Herr Reiche sitzt bei ihnen, und sie beraten zu dritt eine Angelegenheit der Brotfabrik.
Der Kapitän bedauert es sehr, sie bei dieser wichtigen Arbeit zu stören, er wolle sie nicht lange aufhalten, beim Abschied könne man sich kurz fassen.