»Auf diese einfache Weise nur kann ich das verstehen. Wenn Herr Becker damals gesagt hätte: Herr Pohl, mit unserem Plan ›klein anfangen und groß aufhören‹ geht es heutzutage doch nicht. Die schnelle Entwicklung unseres technischen Zeitalters verlangt imponierende Projekte, die sofort auszuführen sind. Dazu brauchen wir andere Gelder, die Beteiligung der Spitzen aller Kreise. Wollen wir es nicht so und so versuchen? Aber er geht mit meiner Vollmacht umher, verschafft sich Einfluß durch Einheirat in die Geldkreise, stellt sein Projekt auf eine andere Basis und läßt dann anfragen: wieviel ist dir mein Vertrauensbruch wert? Wissen Sie, wie ich darüber denke?«
Der Rechtsanwalt sieht ihn erwartungsvoll, mit einer zagen Hoffnung, an.
»Schaffen Sie mir erst einen anständigen Menschen zurück. Dann können wir verhandeln. — Und nun strengen Sie Ihren Prozeß an.«
Die Katastrophe
Das erste, was im Hafengelände fertiggestellt wird, ist eine Mauer um das ganze Terrain — bis auf die Seite, die der Pohlschen Mühle am anderen Ufer zugewandt ist. Hier muß man den Zugang zum Kanal offen halten, und der Feind behält einen Überblick auf die Fortschritte im Baugelände.
Gleichzeitig wird ein schöner Backsteinbau mit Giebeln und einer verdeckten Veranda für die Hafenwirtschaft errichtet, und zwar direkt am großen Hauptportal. Mehrere hundert Arbeiter kommen und gehen täglich durch dieses Tor, und sie müssen auch essen und trinken.
Nachdem der Kantinenwirt eingezogen war, ist auch für Herrn Gregor, den Vertrauensmann der Hafengesellschaft, im Wirtschaftsgebäude ein Schlafzimmer eingerichtet worden.
Wer zum Tor hinein will, muß sich ausweisen, das Wächterhaus ist Tag und Nacht besetzt.
Es ergibt sich nun, daß Schwester Emmi eines Abends zufällig vor dem Tore steht, als Herr Gregor heimkehrt.