Da fährt sie mit kurzen, zarten Bewegungen über sein volles Haar, und wie er das Gesicht zu ihr aufhebt, strahlt sie ihn mit ihrem mütterlich-sanften Lächeln an, dem Joachim Becker schmerzlich nachsann, als sie ihm verloren war.

Für Alfred Bernhard sind die sechs Jahre ausgelöscht, er ist wieder so jung und stumm wie damals. Er weiß, daß es jetzt keiner Worte mehr bedarf.

Die Einweihung

Im nächsten Frühjahr kann neben der Mühle von Michael Pohl die große Brotfabrik eröffnet werden, die Spenderin des täglichen Brotes für die ganze Stadt.

Man veranstaltet kein Fest und ladet auch keine Gäste. Die Teigmassen wälzen sich aus den großen Knetmaschinen, sie rollen geformt aus einem Räderwerke heraus und verschwinden gleichzeitig zu Hunderten in den großen Öfen.

Da gleiten schon die braunen Laibe herab, und dort ziehen die nächsten rohen Formen hinein.

Meister Reiche nimmt das erste heiße Brot in seine abgehärteten Hände und legt es auf eine Schüssel. Dann geht er damit hinaus, über den großen Platz, an Mühle und Speicher vorbei zum Wohnhaus des Müllers.

Michael Pohl sitzt mit seiner Familie am Mittagstisch, da tritt Meister Reiche mit der Schüssel ein und sagt feierlich:

»Das erste Brot!«