Da finden sich nun diejenigen zusammen, die im Rang zueinander gehören, eine besondere Gruppe ist für die Presse gebildet, und die Schaulustigen suchen sich die Gesellschaft, die ihnen gerade gefällt.
Meister Reiche zum Beispiel, den man auch geladen hat, ist zufällig neben Fräulein Spandau gelandet. Sie lassen sich die technischen Wunder erklären, obgleich sie ihnen nicht fremd sind. Aber sie bleiben oft ein wenig zurück und halten eine Privatbesichtigung.
Im Getreidespeicher, da, wo Meister Reiche vor mehr als zwei Jahren die ersten Körner fallen sah, hält er sich längere Zeit auf. Er spricht in seiner schwerfälligen, etwas stockenden Art von den eigentümlichen Gefühlen in jener Stunde, und Fräulein Spandau hört ihm andächtig zu.
»Und was würden Sie sagen,« fragt er zum Schluß, »wenn nun ein Mann vor Ihnen steht, der über sich selber wieder Herr und Meister ist?«
Fräulein Spandau sieht ihn so erstaunt an, als wüßte sie nicht, worauf er hinaus wolle, obgleich eine stille Ahnung wohl in ihr dämmern mag.
Die Teilnehmer ihrer Gruppe kommen unter lebhaftem Geplauder von der Besichtigung der oberen Stockwerke schon wieder zurück. Die beiden lassen sie vorbeiziehen, und Fräulein Spandau sagt:
»Nun, ein Meister waren Sie trotzdem immer geblieben.«
»So meinte ich es nicht. Ich wollte sagen, daß ich wieder ein freier Mann bin und möchte gern wissen, ob Ihnen das gefällt.«
»Herr Reiche«, sagt Fräulein Spandau errötend.
»Und was hier auf dem Papier steht,« er klopft auf die Brusttasche, »das von der unsauberen Sache in meiner Ehescheidung, würde Sie das wohl stören?« fragt er, während er ihre Hand ergreift. Er mag wohl an die Störung selbst nicht recht glauben, denn sonst würde er ihr nicht so treuherzig und siegesgewiß in die Augen schauen.