Fräulein Spandau errötet noch tiefer. Sie blüht geradezu auf, so daß sie hübsch und gesund aussieht.

»Herr Reiche«, flüstert sie noch einmal. Er nimmt es als eine passende Antwort hin. —

Joachim Becker zeigt sich bei jeder Gruppe und spielt den liebenswürdigen Gastgeber. Es ist für einen Boten, der ihm ein Telegramm überbringen soll, nicht leicht, ihn zu finden, weil er sich immer wieder an einer anderen Stelle aufhält.

Endlich ist die Sendung übergeben. Joachim Becker geht zur Seite, um ungestört lesen zu können. Seine Augen werden immer heller und klarer, während sie auf den nüchternen Buchstaben ruhn.

Dann eilt er mit seinen leichten schwingenden Schritten davon und sucht den Kommerzienrat. Er winkt ihn beiseite und übergibt ihm das Telegramm.

»Es ist aus Venedig«, sagt er, während er lächelnd auf die gesenkten Augen seines ehemaligen Schwiegervaters sieht.

Der Kommerzienrat liest:

»Generaldirektor Joachim Becker. Gratulieren zur Einweihung des Hafens und wünschen von Herzen Glück und Heil. Alfred Bernhard und Frau Adelheid.«

Er faltet das Papier langsam und sorgfältig zusammen, so daß es aussieht, als käme es eben von der Postanstalt. Dann reicht er es Joachim Becker zurück, und weil seine Hand zittert, fällt es zur Erde. Joachim Becker hebt es auf. Wie er sich wieder hochrichtet, das Gesicht vom Bücken etwas gerötet, sagt der Kommerzienrat leise:

»Dann will ich dir auch noch dazu gratulieren, daß dir alles so gut gelungen ist.«