»Ja — hier im Schuppen, da wir noch nichts anderes haben.«

»Wollt ihr die Sprengstoffe in den Holzschuppen geben? Die Keller im Getreidespeicher sind fertig. Wir haben sie feuersicher ausbauen lassen. Warum wird daran nicht gedacht?«

Herr Gregor stellt fest, daß dieser Mensch alles sieht und immer den richtigen Ausweg weiß. Er muß ihn gegen sein inneres Sträuben imponierend finden.

Dann sucht der Direktor den Oberbaurat Steffens auf, der die Hochbauten leitet.

»Wir müssen mit dem Getreidespeicher schneller weiterkommen. Ich sehe, Sie sind noch beim zweiten Stock. Die Firma Friemann hat zehntausend Tonnen Getreide von der neuen Ernte in Rumänien zu erwarten. Sie muß wissen, daß sie es hier lagern kann, ehe sie die Ladungen auf den Weg bringt. Zum Herbst also soll der Getreidespeicher mit allen Inneneinrichtungen in Betrieb genommen werden. Wir werden die Doppelschichten verstärken müssen. Was meinen Sie?«

Direktor Becker hat es sich angewöhnt, nach Erteilung seiner knappen Befehle die maßgebenden Herren in dieser Weise um ihre Meinung zu bitten. Daß sie stets übereinstimmend lautet, ist selbstverständlich, und er hat die wegen seiner Jugend entstandenen Feindseligkeiten, besonders von seiten der städtischen höheren Beamten, einfach im Keime erstickt.

Nein, es scheint dem jungen Unternehmungsgeist wahrhaftig nicht schwer, mit den Menschen fertig zu werden, wenn man nur die Augen offenhielt und — die nötige Macht in die Hände bekam. Ob diese Rechnung auch immer richtig aufgehen würde?

Für jeden Fall hat Joachim Becker sich hier, wo ihm das letzte Wort zu sagen bleibt, wieder Kraft geholt. Nun kann er in sein Bureau zurückfahren und weiterarbeiten.

Irmgard Pohl sieht ihn, wie er in seinen Wagen steigt. Sie ist zum ersten Male vor das Haus gegangen und betrachtet es als eine Probe auf ihre inneren und äußeren Kräfte, daß sie zuerst dem Menschen begegnet, der ihr Gleichgewicht am meisten erschüttern kann.

Aber nun will sie mit den Leistungen ihrer Energie noch weiterkommen: sie geht zu ihrer Mutter hinauf, um den alten Kampf mit der fürchterlichen Krankheit aufzunehmen, die geheimnisvoll und ohne Angriffsmöglichkeiten ist.