Wie Irmgard in die Küche gehen will, um auch hier nach dem Rechten zu sehen, wird ihr plötzlich die Tür aus der Hand gerissen.
Ein furchtbares Getöse fliegt durch das Haus, die Luft dröhnt gegen die Fensterscheiben, daß sie klirrend zerspringen; ein neuer, noch stärkerer Knall droht Irmgard den Kopf zu sprengen. Halb irrsinnig rennt sie gegen den Hintereingang. Die offene Tür ist aus den Angeln gerissen, Geröll liegt auf dem Wege, und als Irmgard aufblickt, sieht sie an der Stelle, wo der halbfertige Getreidespeicher stand, eine Rauchsäule, die aus Schutthaufen und leeren Eisengerüsten weht.
Schwester Emmi kommt auf ihren hochhackigen Schuhen stolpernd gerannt.
»Eine Explosion«, schreit sie mit schriller Stimme. »Ich will Verbandzeug holen und helfen —« fügt sie atemlos hinzu.
Irmgard, die ihr entgegengeht, fällt die Mutter ein.
»Und das Kind«, ruft sie entsetzt. Sie stürzt in ihr Schlafzimmer, reißt den Säugling aus den Betten. Er schläft und stemmt sich mit erwachender Kraft gegen ihren Arm.
Sie möchte laut lachen und weinen zugleich. Da sieht sie eine Gestalt neben dem Kinderbett liegen.
»Frau Pohl« — stammelt die Schwester, die in ihrer Verwirrung Irmgard gefolgt war. Sie werden beide von einem mystischen Schauer erfaßt.