Herr Karcher ist wieder mit seinen Büchern allein und betrachtet den festgenähten Knopf. Aber vor dem Fenster sieht er etwas Helles, und das ist Schwester Emmis blaugestreiftes Kleid. Ihr wasserstoffblondes Haar hat dunkle Flecken, weil sie es in seiner natürlichen Farbe nachwachsen läßt. Herr Karcher findet das sehr schön. Plötzlich springt er hoch, reißt beide Fensterflügel auf, daß die neue Ölfarbe kracht, und ruft hinaus:

»Ich habe ja den Dank vergessen!«

Dann schlägt er das Fenster wieder zu und hat den Dank durchaus noch nicht nachgeholt.

Schwester Emmi lacht und wehrt mit großen Armbewegungen ab. Dann geht sie wieder ihres Weges, und Herr Karcher beugt sich über seine Bücher.

So schön könnte es also auch weiterhin in seinem kleinen Kontor sein, wenn nicht plötzlich eine neue Nachricht bombenartig hereingeplatzt wäre.

Wer es zuerst erzählt hat, läßt sich nicht mehr feststellen, jedenfalls ist ein jeder mit dem Gerücht beschäftigt, daß ein neuer Hafendirektor einziehen soll.

Und Joachim Becker? Er ist für die höhere Politik vorgesehen, als Außenminister des Hafens gewissermaßen. Er übernimmt die Generaldirektion in der Stadt und hat im Hafen seinen Direktor. Ja, diese Hafengesellschaft, sie hat erst ein Becken, aber zwei Direktoren, und davon ist der eine sogar ein Generaldirektor und der andere ein richtiger Kapitän.

»Ein Kap'tein?« fragt Schiffer Martens ungläubig.

»Ja,« sagt Lagerverwalter Scholz, »das habe ich gehört, und aus einem großen Seehafen soll er kommen.«

»Düwel! Dann ist er auf den Riesenschiffens über den Großen Teich gefahren. Dat is mien Mann!«