Die Unterhaltung bewegt sich fast nur zwischen Irmgard und der Schwester. Sie sprechen von den Eigenheiten und drolligen Bemerkungen des kleinen Michael. Während der Mahlzeiten muß er im Schlafzimmer bleiben, denn Frau Pohl ist nicht für Unruhe und Unregelmäßigkeiten bei Tisch.
Dann unterhalten sie sich von den Aufgaben der Fürsorgestelle. Herr Pohl erkundigt sich nach den Ferienkindern und lobt Schwester Emmis Eifer und Erfolge. Sie ist sehr stolz darüber.
Frau Pohl vertritt die Ansicht, daß solche Fürsorge für die verwahrlosten Kinder der Arbeiter, die es gar nicht besser haben wollen, übertrieben sei, und sieht Schwester Emmi mißbilligend an.
Die Schwester blickt auf Vater und Tochter, aber weil beide rücksichtsvoll schweigen, entgegnet sie nur, daß »ihre« Leute Ausnahmen seien. Dann verabschiedet sie sich bald, weil ihre Pflichten warten.
Irmgard nimmt ihr das Versprechen ab, wiederzukommen, aber Frau Pohl sagt zu ihrer Tochter, als Schwester Emmi gegangen ist:
»Diese Person scheint nicht der geeignete Umgang für dich. Sie macht einen leichtsinnigen Eindruck und kann dich nicht zum Guten beeinflussen.«
»Ach, Mutter,« sagt Irmgard, »hast du so wenig Vertrauen zu mir? Aber wenn du wegen meines Umganges besorgt bist, will ich mich am besten an den Vater halten. — Nimmst du mich mit?« fragt sie den Mühlenbesitzer, der sich erhoben hat, um wieder in sein Kontor zu gehen.
»Ich dachte, du deckst hier den Tisch ab«, sagt Frau Pohl.
»Sie kann mir im Kontor bei den schriftlichen Arbeiten helfen«, meint Herr Pohl einlenkend.
Irmgard ist ihm so dankbar für diese Worte, daß sie um seinetwillen rasch in die Küche läuft und das Hausmädchen holt, damit es der Mutter bei der Arbeit hilft.