»Ein wenig. Nur für den Hausgebrauch«, meint der Kapitän. Er geht sehr schnell über das Thema hinweg und fragt Frau Adelheid, ob nach ihrer Ansicht dieses Bild richtig hänge.
»Das Bild hängt sehr schön so, es wirkt sogar ganz ausgezeichnet an dieser Stelle.« Nein, hier kann Frau Adelheid nichts verbessern. Sie merkt, daß der Kapitän ihr nur gefällig sein wollte.
Zum Glück fährt in diesem Augenblick der Wagen des Kommerzienrats vor. Sie entschuldigt sich bei dem Kapitän und eilt die Treppen hinab, um ihren Vater zu begrüßen. Die beiden Herren folgen langsam. Rechtsanwalt Bernhard möchte sich gern über die moderne Musik mit dem Kapitän unterhalten; er sei sehr musikalisch. Aber der Kapitän spricht lieber von etwas anderem.
Der Kommerzienrat ist ausgezeichneter Laune. Er hat sich in den Arm seiner Tochter gehakt und schlägt eine gemeinsame Besichtigung des Hafens vor. Nun hat Frau Adelheid keine Angst mehr, sie läßt sich alles eingehend erklären, obgleich sie immer wieder eingestehen muß, daß sie nicht viel davon begreift. Aber das Ganze macht auf sie einen gewaltigen Eindruck.
Selbst dem Kommerzienrat imponieren die Fortschritte. Er spricht sich lobend dem Kapitän gegenüber aus, der doch daran noch gar keinen Anteil hat.
»Ja, und wenn mein Sohn seinen Doktor gemacht hat,« sagt er mit väterlichem Stolz, »dann kann er bei Ihnen als Volontär eintreten, Herr Kapitän.«
»Papa, er hat ihn noch nicht gemacht«, warnt Adelheid mit abergläubischer Ängstlichkeit.
»Er wird ihn machen, mein Kind,« meint er lächelnd, »in zwei Monaten haben wir ein Telegramm.«
Wenn er jetzt seine kleinen dicken Hände frei hätte, so würde er sie vor Vergnügen ineinander legen, wie es zu Hause, im Familienkreis, seine Art ist. Aber da er seine Tochter eingehakt hat, begnügt er sich damit, ihren Arm ein wenig zu drücken. Er ist, weiß Gott, der beste und dankbarste Vater, den man sich denken kann.
»Ihr Sohn ist Nationalökonom?« fragt der Kapitän, um auch etwas zu sagen.