Joachim Becker erklärt der Gruppe mit den Damen das Gelände; Herr Gregor, seine rechte Hand, führt die Herren von der Presse.

»Drei Hafenbecken sind zunächst geplant, für das vierte, das wichtigste, zwischen beiden Kanälen, ist das Terrain noch nicht frei. Man wird es in kürzester Zeit auch in Angriff nehmen können«, meint Herr Gregor zuversichtlich.

Kommerzienrat Friemann, der es immer verstanden hat, mit seinen beiden Ohren nach zwei Richtungen zu hören, wirft mit seiner ruhigen, betont gemessenen Stimme, die ihm nur für geschäftliche Zwecke zur Verfügung steht, ein, daß dieses Becken noch nicht benötigt werde und für die fernere Zukunft vorbestimmt sei. Drei Hafenbecken im Anfang genügen. Man wolle rentabel wirtschaften vom ersten Tage an. Schon jetzt werde gearbeitet. Die Ladestraßen sind sofort übernommen worden, neue Kunden bereits geworben.

Dann geht er still und unauffällig zu den Herren von den Banken und der Flußschiffahrt hinüber, um auch hier das Seine zu tun.

Der Bagger ist nicht abgestellt worden. Es macht einen guten und betriebsamen Eindruck, daß in diesem abseitigen Winkel, der einem Hafen von Weltbedeutung Platz machen soll, schon ein wenig Lärm zu hören ist. Eine Menge Arbeiter taucht plötzlich auf, die Loris rollen hin und her, und die ausgebaggerte Grube wird rapide tiefer und breiter. Braun und fett ist jetzt die herausgehobene Erde, und es riecht nach Mutterboden, dem trächtigen Stoff für Reife und Ernte.

Die Gäste werden nun ein wenig müde vom Zuhören und Schauen, obgleich außer einem alten Lagerschuppen, den Überresten einer Kirche und einigen halb abgerissenen Wohnhäusern — nicht zu vergessen: ein paar alten Linden — wenig zu sehen ist. Besonders die Damen bekommen abgespannte Züge, und Kommerzienrat Friemann ergreift die Gelegenheit, alle Versammelten zu einem kleinen Imbiß zu laden.

Herr Gregor eilt voraus, um die langen Tafeln unter den Linden zu überprüfen. Vor jedem Stuhl ist ein Teller mit belegten Broten aufgestellt, und einige Männer stehen bereit, um das Bier einzuschenken.

Junge Mädchen vom Personal des Kommerzienrats sind mit einer kleinen Festschrift und gedruckten Informationen für die Presse postiert.

Die Gesellschaft naht plaudernd, in kleine Gruppen aufgelöst; die ernsten, bedeutungsvollen Mienen sind zu konziliantem Lächeln, bei diesem und jenem auch zu einem recht privaten, mittäglich hungrigen Ausdruck übergegangen.

Frau Adelheid hüpft ungeniert an mehreren laut sprechenden Herren von der Stadt vorbei, um wieder in die Nähe ihres Mannes zu gelangen. Er war vom Oberbürgermeister in ein Gespräch gezogen worden und hält nun nach den wichtigsten Persönlichkeiten Ausschau.