Die bevorstehende Arbeit im Hafen kann er kaum erwarten.

»Denke dir, meine Kommilitonen lachten, als ich ihnen erzählte, was wir hier für einen Hafen bauen. Aber neulich hat mein Professor doch wahrhaftig einmal im Kolleg das Projekt erwähnt. Na, ich habe euch ja gleich darüber telegraphiert. Er fand es phänomenal und — durchführbar!«

»Wenn so ein Theoretiker das schon durchführbar findet, nicht wahr?« fragt der Kommerzienrat lachend. »Nun will ich dir auch gleich verraten, daß ich dem Professor durch die Hafengesellschaft ein ausgezeichnetes Exposé einschicken ließ.«

»Also, das ist die Veranlassung gewesen?« fragt der Sohn ehrfurchtsvoll und erstaunt.

»Ja,« sagt die Kommerzienrätin stolz, »was unser Papa alles zustande bringt! Er belehrt sogar die Professoren.«

Hier sind vier Menschen, die mit allem einverstanden und zufrieden sind, die sich nichts Besseres mehr wünschen.

Was ist so ein unschlüssiger Schürzenjäger wie Herr Gregor dagegen für ein unglücklicher Mensch! Nun treibt er die Tyrannei im Hause Reiche tatsächlich doch auf die äußerste Spitze, und man kann nicht voraussagen, wie lange die verliebte Kantinenwirtin sich das noch gefallen läßt.

Er findet ihr Essen miserabel, aber sie sagt nicht: »Sie haben ja schon seit mehreren Monaten nichts mehr dafür bezahlt.« Sie flüstert: »Wenn es angebrannt ist, so wirst du wohl am besten wissen, woran das liegt.«

Was erwidert darauf Herr Gregor? Er schlägt mit der flachen Hand auf den Tisch und steht auf. An der Tür sagt er verächtlich: »Was haben Sie wieder für eine schmutzige Schürze umgebunden?«

Es hilft Frau Reiche nichts, daß sie sofort eine schneeweiße breite Schürze holt, und daß sie sich abends in ihrem besten Kleid auf die Veranda setzt. Da muß sie zuweilen den Kopf auf die Arme werfen und heftig schluchzen. Und sie beruhigt sich erst, wenn sie endlich den festen Entschluß gefaßt hat, Schwester Emmi Salzsäure ins Gesicht zu gießen.