»Nein,« gibt er zur Antwort, »aber mir fällt eben ein, daß ich etwas vergaß.« Damit geht er wieder zurück.

Vor dem Zimmer der Sekretärin bleibt er noch einmal mit zerfurchter Stirn stehen. Er hat Schweres zu denken, man sieht es ihm an, und seine Hände sind ganz feucht. Dann geht er hinein.

»Sie haben wohl nicht die gestrigen Zahlungsanweisungen noch hier? Ich sehe eben, daß ich mich verrechnet haben muß«, sagt er mit belegter Stimme.

»Nein,« erwidert die Sekretärin, »ich habe sie heute morgen weitergegeben. Vielleicht liegen sie noch in der Kasse.«

»Ja, danke, ich will sehen, daß ich sie dort vergleichen kann.« Er bleibt unschlüssig stehen.

»Sie werden sich aber beeilen müssen, denn es ist gleich Geschäftsschluß, und die Kasse öffnet ihre Schränke nicht noch einmal.«

»Richtig,« sagt er, »dann will ich es noch rasch versuchen.«

Er schießt nicht gleich auf den Kassenschalter zu, sondern geht mit schleppenden Schritten bis an das Ende des langen Korridors. Wie er um die Ecke biegen will, bemerkt er mit halbem Blick den Generaldirektor und den Hauptbuchhalter vor der Tür des Kassenraumes. Er schnellt sofort zurück; man sah ihn nicht, denn die beiden sind in eine leise und angeregte Unterhaltung allzusehr vertieft.

Herr Gregor will nun mit seinen Anweisungen nichts mehr zu tun haben. Er holt Mantel und Hut und verläßt das Haus.

Drei Stunden später trifft er vor dem Hauptportal des Hafens Schwester Emmi, die wieder einmal einen Besuch in der Mühle gemacht hat. Sie kann jetzt nicht zu jeder Stunde hinüberlaufen, denn Irmgard Pohl ist eine Angestellte, an Zeit und Ort gebunden. Wenn sie auch im Kontor ihres Vaters arbeitet, so hat sie doch keine andere Vergünstigung, als daß sie zu den Mahlzeiten ins Wohnhaus gehen darf, denn ihr Gehalt muß sie sich ehrlich und redlich verdienen.