„Ach, gib mir doch eine Antwort,“ bat sie flehentlich.

„Das kommt nun von solchem Unsinn, wie es ein Ball ist; nun muß man sich den Kopf über so dummes Zeug zerbrechen,“ fuhr er barsch heraus; als er aber sah, daß Ruth in ihrer Herzensangst die Tränen in die Augen stiegen, lenkte er sofort wieder ein. Weibertränen konnte er nicht sehen, am wenigsten bei Ruth, die ja Gott sei Dank nur selten weinte.

„Na – wir wollen mal sehen, Kröte,“ sagte er zärtlich, „was in dieser Sache noch zu machen ist. Ich will mit Jansen sprechen, ob er sich darauf einläßt.“

Onkel Heinz selbst fühlte, daß seine Antwort etwas dunkel und unklar, auch wohl sonst nicht ganz die richtige [pg 192]war; jedoch Ruth bemerkte das nicht, denn in diesem Augenblicke ertönte draußen die Klingel.

„Um Gottes willen, jetzt kommt er, was soll ich denn nur tun? Lieber Onkel Heinz, hilf mir doch,“ rief sie und klammerte sich angstvoll an seinen Arm.

„Hast du denn mit deiner Mutter schon gesprochen, Ruth?“ fragte er und empfand dabei die Beruhigung, daß er diesmal etwas ganz Vernünftiges gesagt habe.

„Nein, nein, Onkel Heinz! Ich wollte ja gerade mit dem Briefe zu ihr gehen, da kamst du, und da wollte ich doch erst deine Meinung hören. Jetzt will ich ihr aber alles sagen; ach ja, Mutter wird wohl wissen, was ich tun muß.“

Und mit diesen Worten eilte sie zur Türe hinaus.

Der Professor atmete erleichtert auf; nun war ihm ja das schwere Amt des Beraters in Heiratsangelegenheiten abgenommen; es war ihm ordentlich heiß dabei geworden – da flog die Türe wieder auf, und Ruth stürzte aufgeregt herein.

„Na, was ist denn schon wieder los?“ fragte Onkel Heinz.