Sie wurde auf das Sofa gelegt, Ilse rieb ihr die Schläfen mit einer stärkenden Essenz, während Ruth hinauslief, um Wasser zu holen. Beide befanden sich in höchster Aufregung. Nur Onkel Heinz bewahrte seine Ruhe; er stand dabei und betrachtete aufmerksam das blasse Gesicht der Ohnmächtigen, in das noch kein Schimmer von Röte zurückkehren wollte. Jetzt kam Ruth mit dem Wasser herein, hinter ihr her stürmten die Zwillinge ins Zimmer, mit vor Neugier hochroten Backen. Beim Anblick der bewußtlosen Freundin fing Hildegard laut an zu weinen, während sich Thusnelda über sie beugte und ihr laut ins Ohr schrie:
„O Gott, o Gott, sie ist doch nicht tot!“
Ruth zog sie weg und gebot ihr zu schweigen.
Inzwischen war Ilse fortwährend ängstlich um Marianne bemüht, bei der das Bewußtsein immer noch nicht zurückkehren wollte.
„Ja – durch das Reiben und Wasserschlucken kommt sie nicht wieder zu sich,“ sagte Onkel Heinz auf einmal, nachdem er eine Weile zugesehen hatte.
„Wir wollen lieber nach dem Arzt schicken,“ meinte Ilse besorgt.
„Ach was, der kann auch nichts helfen,“ erwiderte der Professor.
„Onkel Heinz, was mag Marianne nur haben? Woher kommt es nur?“ fragte Ruth voller Angst.
„Woher das kommt?“ wiederholte er bedeutungsvoll. „Woher das kommt? An allem ist der verrückte Ball schuld! Natürlich habt ihr euch zu eng geschnürt, habt unsinnig getanzt, euch dabei erhitzt, seid dann in die Kälte gegangen und werdet wahrscheinlich noch mehr unkluge Geschichten gemacht haben. Davon kommen dann am andern Tage Ohnmachten und dergleichen, das ist kein Wunder.“
Der Professor sah ordentlich grimmig aus, als er von dem Unheil sprach, welches dieser verrückte Ball angerichtet habe, dann wandte er sich wieder der Ohnmächtigen zu.