Die beiden ließen sich das nicht zweimal sagen, ungestüm stürmten sie ins Zimmer.
„Laßt die Türe offen, Kröten, es ist eine dumpfe Luft hier!“
Ilse öffnete Fenster und Türe weit – sie und Onkel Heinz atmeten tief auf, als der frische Zug von draußen hereinwehte – belebend, ermutigend!
„Onkel Heinz,“ rief Ruth fröhlich, „gestern haben wir uns den Rasenabhang – weißt du den, wo die vielen Veilchen stehen – heruntergekugelt. Wie schade, daß du nicht dabei warst, ich sage dir, es war himmlisch! Wenn du erst wieder gesund bist, nicht wahr, dann kugelst du dich auch mit herunter?“
Onkel Heinz versprach es und noch viel mehr, alles, was die Kinder von ihm verlangten.
„Onkel Heinz,“ sagte Ilse auf einmal lachend und einer plötzlichen Eingebung folgend, „wie haben Sie sich denn hier mit den Ärzten vertragen, die Sie ja doch so sehr verabscheuen?“
„Ja,“ erwiderte er in resigniertem Tone, aber gut [pg 117]gelaunt, „was soll man denn machen, wenn sie einen in völlig wehrlosem Zustande in die Klinik schleppen? Ihren Klauen entgeht man nun einmal nicht!“
„Unter diesen ‚Klauen‘ sind Sie aber Gott sei Dank wieder gesund geworden, Onkel Heinz, und das ist die Hauptsache!“
„Haben die Ärzte nicht Schuld, sondern nur meine gute Natur!“
Streiten mußte er nun einmal immer.