Er folgte ihr und traf nun in umständlichster Weise seine Vorbereitungen. Die Kinder hatten nur auf den Augenblick gewartet, daß Onkel Heinz draußen erschien, und jetzt waren sie wieder alle um ihn versammelt. Ruth hatte ihm eine große, weiße Küchenschürze umgebunden, Marianne kletterte auf einen Stuhl und beugte das Köpfchen tief über die Terrine, aus welcher schon der aromatische Duft der Maikräuter emporstieg, und Fritz fehlte natürlich auch nicht dabei. Endlich, nach vielem Probieren von Onkel Heinz, war die Bowle fertig und mit Kennermiene führte er nocheinmal ein Glas an den Mund – sie war gut geraten.

„Na, nun wollt ihr Kröten wohl auch schmecken?“ fragte er.

„Ja! ja! bitte, Onkel Heinz!“ riefen sie durcheinander, und zugleich wollten alle nach dem frisch gefüllten Glase greifen, das er hoch in der Luft hielt, damit sie es ihm nicht entreißen konnten.

„Herrgott, so wartet doch, einer nach dem andern, sonst kriegt ihr gar nichts!“ Damit drängte er die verlangenden Kinderhände zurück, und der Reihe nach bekam jedes zu kosten.

Bei dem einen Glase blieb es natürlich nicht, Onkel Heinz füllte noch einige Male nach.

„Das schmeckt wohl, ja, das glaube ich,“ sagte er schmunzelnd und freute sich über den guten Zug des Jungen, der zu den schönsten Hoffnungen berechtigte.

„Aber, bester Professor, wie können Sie nur den Kindern so viel Bowle zu trinken geben,“ rief Ilse, als sie jetzt hinzukam und den kräftigen Schluck, den Fritz soeben aus dem vollen Glase tat, bemerkte.

„Das schadet ihnen doch nichts,“ entgegnete Onkel Heinz.

„Ach natürlich, Kinder dürfen keinen Alkohol bekommen, der ist ihnen schädlich!“

„Schädlich? Dummes Zeug! Was soll ihnen dabei schädlich sein, wer sagt das?“