Plötzlich hörte sie Schritte in ihrer Nähe, und in ihrer Angst, es könnte ihr der Schreckliche gefolgt sein, wagte sie kaum aufzublicken. Gott sei Dank, er war es nicht, es war Doktor Gerber, der von seinem Krankenbesuch zurückkam. Sie schlüpfte hinter den nächsten Baum, denn sie wollte in dieser Verfassung nicht entdeckt werden. Der Stamm des Obstbaumes konnte sie aber nicht ganz verdecken, auch hatte Gerber bemerkt, daß bei seinem Nahen eine Gestalt sich scheu zu verbergen gesucht hatte, er blieb stehen und sah forschend hinüber.
Ilse rührte sich nicht.
„Wer ist da?“ fragte er.
Keine Antwort.
Da stapfte er durch den hohen Schnee, als er aber dicht vor ihr stand und sie erkannte, prallte er förmlich zurück.
„Fräulein Ilse, wie kommen Sie hierher, was wollen Sie hier?“ fragte er erstaunt.
Und als er ihr bleiches, entstelltes Gesicht sah, fragte er nochmals.
„Was ist Ihnen denn, ist Ihnen etwas begegnet? Und ohne Mantel, ohne Hut! Sie werden sich erkälten.“
Sie blickte ihn flehend an, als wollte sie sagen: o, dringen sie nicht weiter in mich. Er verstand ihre stumme Bitte.
„Kommen Sie,“ sagte er und ergriff ihre zitternde Hand.