Ilse meldete jetzt, daß der Wagen vorgefahren sei. Von neuem ging Rosi zu ihrem Manne.
„So, ich bin fertig, willst du nun kommen?“
Er rührte sich nicht vom Platze.
„Aber Adolf,“ drängte sie wieder mit weinerlicher Stimme.
Lachend sah er sie an. Als er aber ihre heißen roten Wangen und ihre zornig funkelnden Augen bemerkte, erhob er sich endlich.
„Ich bliebe so gern noch bei den guten Leuten, es ist so reizend hier; warum müssen wir denn schon fort, Röschen? Was hast du denn für Eile?“
Unter solchen Beteuerungen und Fragen, die er fortwährend wiederholte, machte er sich zum Aufbruch bereit. Rosi verfolgte seine Bewegungen mit angstvollem Gesicht, es kam ihr vor, als ginge er unsicher die Treppe hinunter, als wäre sein Gang schwankend! Es war zu schrecklich, wie konnte er sich so weit vergessen! Sie war froh, daß es schon fast dunkel draußen war, da sah ihn wenigstens niemand.
„Röschen,“ sagte der Pastor unten zu ihr, „sage dem Kutscher, daß der Wagen aufgemacht wird, ich möchte beim Fahren in die Sterne sehen.“
Sie gab keine Antwort und riß die Wagentüre auf.
„Sage dem Kutscher, daß er den Wagen aufmacht, Kind,“ wiederholte er.