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GRÖSSERES BILD]

Abb. 35. Äußere Santiagobucht mit Lotsendorf.

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Von physikalisch-geographischem Gesichtspunkte aus ist an den Buchten von Nipe und Banes sowie an dem Pan de Sama, der sie in einer Höhe von 280 m überragt, bemerkenswert, daß die Terrassenstufen des Küstenlandes daselbst wieder ebenso deutlich ausgeprägt erscheinen, wie an der Bucht von Baracoa, ja daß stellenweise über der dritten Kalksteinbank noch eine vierte sichtbar ist.

Umgebung von Jibara.

Westlich von dem leuchtturmgekrönten und weit gegen den Bahama-Archipel vorspringenden Kap Lucrecia, das zusammen mit dem Kap Cruz die größte Querausmessung des schmächtigen cubanischen Landkörpers bezeichnet (280 km), deutet eine Reihe von Tafelbergen, die der Sierra de Sama angehören, darauf hin, daß auch hier einst höhere Terrassenstufen vorhanden waren. Im allgemeinen ist das Küstengebirge hier aber beinahe noch wunderlicher zerklüftet und zersägt, als zwischen Baracoa und Banes — ähnlich wie etwa das Kalksteingebirge der „Fränkischen Schweiz“ oder gewisse Teile des Krainer Karstes, denen die cubanische Landschaft geologisch nahe genug verwandt ist. Von den nierenförmigen oder handförmigen Meeresbuchten, die hier in die Küstengegend eingreifen, und darunter auch von der schönen und tiefen Bucht von Naranjo, gilt aber dasselbe wie von den früher erwähnten, und nur die weit geöffnete und gleich derjenigen von Baracoa gegen den Seegang ungenügend geschützte Jibarabucht, über der sich ein hübscher Sattel- und Zuckerhutberg nebeneinander erheben, hat in den letzten Jahrzehnten eine höhere Bedeutung als Ausfuhrhafen gewonnen, so daß an ihren Ufern eine Stadt entstanden ist, die trotz ihrer Jugend Baracoa an Volkszahl und an Rührigkeit übertrifft.

Abb. 36. Straßenbild von Santiago de Cuba.