„Wär’20-10 schon völlig recht, junger Herr, aber wir Leut’ singen halt anders als d’ Stadtleut’ und könnet’s nit gar schön. Für uns is schon völlig schön genug, draußen auf der Almen—aber für Euch nit!“
„Ach was—Ihr singt wie’s20-11 Euch ums Herz ist.“
„Habt Ihr denn keine Zither?“ fragte der Assessor.
„Freilich, freilich, a Zithern is schon da bein’n Tauernwirt. Johann, der gnädige Herr will dein Zithern haben,“ rief der Alte.
Der Tauernwirt brachte sie herbei, der Assessor stimmte mit kundiger Hand schnell das gute Instrument und spielte mit ungemeiner Fertigkeit einen „Herzog-Maxländler“21-1 und dann einen „Steierischen“ in optima forma.21-2
Im Hintergrunde bewegten sich schon die Füße; die Leute waren elektrisiert, und vorab der Alte mit dem Gemsbarte21-3 zog bald das eine, bald das andere Bein hinauf und zuckte mit21-4 den Armen wie ein Hampelmann, den man21-5 an der Schnur zieht. Plötzlich klang’s21-6 aus dem Hintergrund:
Und zwoa Blattln
21-7
und zwoa Bleamle
Und a Reb’n um an Stamm,
Und was
21-8
oanonda b’stimmt is,
Dös find’t sich a
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z’samm!
Eine helle Stimme sang’s; es war die Spinnerin. Der Assessor begleitete sie, und bald darauf schallte es:21-10
B’hüat’
21-11
dich Gott, mein kleans Dioandl,
Es muß a so sein,
Mein Leb’n gehört in Koasa,
Mein Herz’l g’hört dein!
Und mein Herzerl, dös laß ich
Dahoam in dein Haus,
Sonst traf’s leicht a Kugel,
Run d’ Liab alli r’aus!“
Es21-12 sang’s ein stämmiger Bursche. Aber der Alte warnte gleich darauf mit dem Verse: